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Genug vom Holocaust

Genug vom Holocaust

holocaustmahnmalEs ist ja ein ungeschriebenes Gesetz, daß man im World-Wide-Web sogleich als Nazi beschimpft wird, wenn man sich nicht strikt, der durch eine Minderheit der Gutmenschen diktierten politischen Korrektheit unterwerfen mag.
Aber wer mich kennt, der weiß, daß ich alles andere bin, nur eben kein Nazi. Okay, ich trage manchmal dicke Stiefel, ich habe auch nur noch wenig Haare auf dem Kopf und ich gucke oft so böse. Aber ein Nazi bin ich trotzdem nicht.
Aber dennoch geht es mir auf den Senkel, daß heutzutage immer noch Judengedenksteine enthüllt werden und Mahnmale errichtet werden, die an die Judendeportationen und den Holocaust erinnern sollen. Warum? Ich frage ernsthaft, warum?
Die, die es damals getan haben, die sind tot oder bald tot. Die eigentlichen Täter sind selbst im kleinsten Kaff der Republik namentlich bekannt, geächtet und oft auch abgeurteilt. Nicht gebrandmarkt und abgeurteilt wurden hingegen die vielen Millionen, die einfach nur geduldet und weggesehen haben. Denn eins ist klar: Die Deportationen haben nicht im Verborgenen bei Nacht und Nebel stattgefunden, sondern jeder konnte und musste es wissen, was damals mit den Juden geschah. So konnte ein ganzes Volk zum Täter werden.
Aber die Zeit der Volksverblendung ist seit dem Zweiten Weltkrieg vorbei, wir sind doch alle hübsch gehirngewaschen und demokratisiert worden, schön im Sinne des kalten Krieges, schön als Werkzeuge für die westliche Großmacht. Und überhaupt nur, weil wir als letzter Puffer im Kampf gegen den Kommunismus tauglich waren, hat man uns gnädigerweise für die Amerikanisierung ausgewählt und uns nicht, wie es ja auch mal angedacht war, massenkastriert und als bäuerliche Idioten gehalten.
Mal ehrlich, so viel Leid die Deutschen in den Kriegen auch über die Welt gebracht haben, letztlich sind die Deutschen aber auch ein Volk, das sehr viel leiden musste. Strafe muss eben sein, sagt man so.

Genug vom HolocaustGenug vom Holocaust

Wie weit in die Zukunft haben eigentlich so Leute wie Adenauer und die damaligen amerikanischen Präsidenten gedacht? Wieviel Weitblick hat man eigentlich damals bewiesen, um die Weichen so zu stellen, daß aus uns in doch recht kurzer Zeit wieder eine der größten Volkswirtschaften der Erde wurde, der Anführer Europas in wiedervereinigtem Wohlstand?
Oder haben auch diese Leute nur so kurzsichtig reagiert, wie unsere heutigen Regierungen, und alles was gekommen ist, wäre auch sonst so gekommen?

Jedenfalls ist der Krieg jetzt bald 70 Jahre her. Die Dokusender im Fernsehen bescheren uns tagtäglich Sendungen über Hitlers Frauen, Hitlers Hunde und Hitlers Idioten.
Ich fühle mich diesbezüglich bestens informiert und aufgeklärt, bin aber auch noch einer, der die Nachwirkungen des Weltkrieges hautnah miterlebt hat, wiewohl ich glücklicherweise schon in den ersten Wirtschaftswunderjahren geboren wurde.
Aber damals war der Krieg gerade einmal 14 Jahre her und diese Jahrhundertkatastrophe, nennen wir es ruhig das Jahrhundertverbrechen, war in den Köpfen der Menschen noch so präsent, daß wir als Kinder mehr über Hitler, Krieg und Juden erfahren haben, als es Guido Knopp heutzutage mit seinen Sendungen jemals in die Köpfe der Menschen hineintransportieren könnte.

Das Thema ist bekannt. Aber das Thema ist jetzt auch irgendwann mal durch.

Die Deutschen haben genug bezahlt, und das meine ich nicht in finanzieller Hinsicht, und meine Kinder haben mit dem damals Geschehenen überhaupt nichts zu tun. Sie wollen das auch alles gar nicht wissen und sie wollen das auch alles gar nicht haben. Sie haben in der Schule vom Holocaust gehört, haben das durchgenommen, sind betroffen gewesen und empfinden auch Empathie und erkennen die drückende Last der Schuld, die man „den Deutschen“ damals gegeben hat.
Aber sie tragen diese Last nicht persönlich und empfinden diese Schuld nicht und das ist gut so. Meine Kinder wachsen in einer multikulturellen Umgebung auf und für sie ist der Holocaust so weit weg, daß er wirklich nur noch Geschichte ist.
Und Geschichte lernt man in der Schule, mit Geschichte befasst man sich, wenn man historisch interessiert ist, auch noch weiterhin und ansonsten ist und bleibt der Holocaust für unsere Kinder etwas Gewesenes, etwas Abgeschlossenes und etwas das nun vorbei ist.
Er ist genau so vorbei wie der Genozid an den amerikanischen Indianern und Versklavung der Afrikaner.

Ist es da verwunderlich, daß Jugendliche heute insgeheim ein wenig über die lächeln, die in Ehrfurcht erstarren, wenn wieder einmal irgendwo ein Judengedenkstein enthüllt wird?

Nein, der Holocaust soll nicht vergessen werden. Nein, der Holocaust soll nicht kleingeredet oder unter den Teppich gekehrt werden. Dieses schlimme Menschheitsverbrechen soll für alle Zeit in den Geschichtsbüchern genau als das stehen, was er war, nämlich eine Greueltat ungeheuren Ausmaßes.
Aber er soll eben in den Geschichtsbüchern stehen.

Es ist jetzt genug mit den Stolpersteinen, Mahnmalen und Holocaust-Gedenkplätzen.

 

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


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