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Gedanken zur Europäischen Union – vulgo „Europa“

Gedanken zur Europäischen Union – vulgo „Europa“

Europa ist ja ursprünglich ein Begriff aus der Geographie und bezeichnet grob umrissen die Summe der Landflächen westlich des Urals bis an die Portugiesische Westküste. Im Norden begrenzt durch den Atlantik, im Süden, da scheiden sich die Geister und erhitzen sich die Gemüter, da der Begriff seine topographische Unschuld längst verloren hat.

Laut der Internet-Enzyklopädie WIKIPEDIA umfasst Europa ein Gebiet von rund 10,2 Millionen km² und beherbergt mehr oder minder behaglich 740 Millionen Einwohner (Stand Mitte 2011), Israel nicht mit eingerechnet, ausser – aus welchem Grund auch immer – im Falle des Europäischen Fußballverbandes, womit die oben erwähnte Kontroverse schon beginnt.

Europa ist nämlich durch den unermüdlichen Fleiß der Lobbyarbeiter jedweder Couleur mittlerweile schlicht und ergreifend zu einem geradezu monströsen Unternehmen mutiert, gegen den das Gebaren einer typischen Deutschen Behörde wie ein Ort idyllischer Geborgenheit anmutet.

Das lässt sich treffend an den Europäischen Institutionen veranschaulichen, deren hanebüchener Output selbst hartgesottene Stoiker immer wieder erschauern lässt. Mit geradezu manischer Vehemenz reklamieren die ungezählten Kommissionen der sogenannten Europäischen Union jegliche Deutungshoheit für sich – sei es die Länge von Kondomen (von den Meinungsführern aus Italien stets als zu kurz empfunden), den Krümmungsgrad von Salatgurken, oder das Exekutionsrecht in Sachen Glühbirnen, „legitimiert“ durch allerlei Verträge, von Regierungsvertretern der mittlerweile 28 Mitgliedsstaaten unterzeichnet, ohne diejenigen zu fragen, die den Unsinn ausbaden bzw. bezahlen müssen – wir.

Europa wurde den Bürger/innen stets als Inbegriff der Harmonie schlechthin unter die zuweilen skeptische Nase gehalten, mit medialem Nachdruck in zartrosa Verklärung eingehüllt, bis auch der letzte Nörgler beim Passieren der Deutsch/Niederländischen Grenze erstaunt feststellte, dass er keine Devisen mehr tauschen, und für diesen einfachen Akt keine Gebühren mehr an die gefräßigen Geldhäuser berappen musste. Na wenn das mal kein Fortschritt im Sinne des kleinbürgerlichen Portemonnaies ist? „Ich liebe Europa“, wird der Neckermann Pauschal-Reisende frohlockend ausgerufen haben. Ein Bier mehr am Ballermann!

Allerdings wurde die Ersparnis über die abenteuerlichsten Konstruktionen und mit der unbeschreiblichen pekuniären Gastfreundschaft der Kanalinseln teuer erkauft. In Dörfern auf Guernsey, in denen in vergleichbaren Ansiedlungen in deutschen Landen maximal zweimal täglich ein Postbus verkehrt, finden sich Briefkästen mit den Namen weltweit agierender Autohersteller, Internetgiganten, und Versicherungskonzernen, die eben jene Gastfreundschaft im Sinne von lächerlich geringen Unternehmenssteuern zu goutieren wissen.

Dumm nur, dass die Britischen Gäste somit an ihren Stammsitzen keine Steuern mehr bezahlen, die chronisch leeren Kassen der Länder mittlerweile dem finanziellen Hirntod entgegensiechen, und die Staaten deshalb versuchen, ihre Schulden über Organspenden – d. h. der Privatisierung sämtlicher staatlicher Unternehmen zu Schleuderpreisen an eben jene Großunternehmen – zu minimieren, oder deren Schuldenstand zumindest nicht noch zu erhöhen.

Das kostet nun wiederum RICHTIG Geld. Dagegen waren die durchschnittlich 3 – 5 % an Gebühren für den Devisentausch ein Schnäppchen. Nur möchte das niemand hören, geschweige denn sagen. Sonst läuft man Gefahr, mangelnden Patriotismus bezichtigt zu werden. Und so emittiert die EU-Maschine einen sauteuren Unsinn nach dem anderen, stets im Sinne und zugunsten von Allianz, Volkswagen, Google, den Landwirten etc., garantiert immer aus den Taschen der Steuerzahler zu berappen.

Ich bin vor vielen Jahren aus der Kirche ausgetreten, da ich von dem scheinheiligen Getue die Schnauze gestrichen voll hatte und den Sauladen ohnehin schon über meine Steuern mitfinanzieren muss. Deshalb dachte ich mir, dass es doch Blödsinn ist, das Ganze nochmal über die Kirchensteuer zu bezahlen.

Kann man eigentlich irgendwo aus der EU austreten, ohne dass man gleich als Sympathisant der AfD angefurzt wird?

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Peter Grohmüller

Peter Grohmüller

Hallo, ich bin Peter Grohmüller und leide nicht an dieser Welt, aber mir fällt ihr Leiden auf.

"This world is sick and we are the doctors."

Wenn es eine Wunde gibt, dann muß man sie entweder heilen oder Salz hineinstreuen. Wir, das sind die Kritischen, die Hinterfragenden und die Lallbackenentlarver. – So einer bin ich.

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peter wilhelm autorenlesung

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3 Kommentare auf "Gedanken zur Europäischen Union – vulgo „Europa“"

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alpha
Gast

interessante Gedanken durchaus!

mir scheint ja manchmal, dass der Gedanke „Europa“ (was auch immer das ist) unbedingt gelingen MUSS und jeder, der von einem scheitern spricht, daher irren MUSS

SteffKo
Gast

Tja im Gegensatz zur Diktatur des Proletariats, haben sie die Möglichkeit ihr Hab und Gut in Form von Geldmitteln umzuwandeln und der so von ihnen gehassten EU den Rücken zu kehren. Auswandern heisst das Zauberwort. Aber Vorsicht. Sie könnten feststellen, dass die von ihnen so gescholtene Gängelei doch so manchen Vorteil bringt. Rechtssicherheit nennen das andere Länder und schauen recht neidisch auf die EU mit ihren Regeln.

Peter Grohmüller
Gast

„Dann geh doch in die DDR“, hieß früher das Totschlagargument, wenn man die hiesigen Gegebenheiten kritisch hinterfragte. Eigentlich wähnte ich solche Eindimensionalität überwunden und die hochgepriesene Rechtssicherheit seit der völkerrechtswidrigen Intervention u. A. deutscher Truppen auf dem Balkan als obsolet. Aber ich lerne immer wieder gerne dazu.

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