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Es muss nicht ICE sein

Es muss nicht ICE sein

Ich bin in der letzten Zeit ein paar Mal durch die ganze Republik gefahren, meistens mit der Bahn. Ich mache solche langen Fahrten nicht mehr mit dem Auto, wenn es sich vermeiden lässt. Natürlich stört es mich als Raucher, daß man in den Zügen nicht wenigstens eine kleine Ecke eingerichtet hat, wo man mal eine paffen kann, aber dafür kommt man doch wesentlich entspannter an, als wenn man sechs oder sieben Stunden hinterm Steuer gesessen hätte.

Was mir aber aufgefallen ist, ich atme fast schon innerlich auf, wenn ich auf meiner Zugverbindungsübersicht IC statt ICE lese.
Den ganzen Wirbel, der um Deutschlands moderne Superzüge gemacht wird, kann ich nicht nachvollziehen. Das ist doch bloß schnelles Plastik, das klappert.
Außerdem ist man im ICE, so ging es mir wenigstens die letzten Male immer, permanent einer Horde handytelefonierender und Laptop-Kabel-ziehender Wichtigtuer ausgeliefert.

Es muss nicht ICE seinEs muss nicht ICE sein

Durch seine hohen Geschwindigkeiten, die er mitunter erreicht, ist man überdies im ICE immer einem Geschaukel und Geruckel ausgesetzt und selbst in der ersten Klasse haben es die Ingenieure nicht hinbekommen, die automatischen Schiebetüren zwischen den Wagen klapperfrei einzubauen.
Also ich kann im ICE bei voller Fahrt nicht herumlaufen, mit schwankt das alles viel zu starkt, vor allem diese Seitwärtsbewegungen an Weichen und engeren Kurven empfinde ich als nervend.

Im guten „alten“ IC, also ohne E für Express, geht es übrigens auch nicht viel langsamer zu. Nur ist da, so empfinde ich es, alles viel robuster und weicher gebaut. Die dicken Sitzpolster in den Erste-Klasse-Abteilen, die große Beinfreiheit und die Laufruhe gefallen mir viel besser. Da habe ich subjektiv das Gefühl geborgen in dickem Material zu fahren und nicht in einem Rohr aus Joghurtbecherplastik durch die Lange geschüttelt zu werden.

Und wenn die Bahn es jetzt noch hinkriegen würde, bei einer drei- oder vierstündigen Fahrt wenigstens einmal oder zweimal einen achtminütigen Aufenthalt an einem Bahnhof für die Raucher einzuplanen und das dann freundlicherweise auch noch anzusagen, dann wäre das meine bevorzugte Fahrgelegenheit und ich würde evtl. sogar über den Kauf einer Bahncard nachdenken.

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!


peter wilhelm autorenlesung
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4 Kommentare auf "Es muss nicht ICE sein"

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Marc Haber
Gast

Wirklich wackeln tut der ICE aber meist nur dort, wo auch der IC wackelt: Nämlich auf Altstrecken. Auf den Neubaustrecken, wo der ICE wirklich aufdreht, ist die Gleislage in aller Regel ohne Tadel. Besonders merke ich das zwischen Frankfurt und Hannover: Wenn es aufhört zu wackeln, wird Gas gegeben.

Warum ist das Namensfeld hier eigentlich so kurz, und warum werden keine Quotes erlaubt? Und warum darf ich nicht die gültige und funktionierende Mailadresse mh+dreibeinblog@zugschlus.de verwenden?

Hugo
Gast

blöd, dass man(n) auf den Bahnhöfen auch nicht (mehr) rauchen darf… Da nützt dir ein achtminütiger Aufenthalt auch nix.

Ein leidensgenosse

Big Al
Gast

[quote]Den ganzen Wirbel, der um Deutschlands moderne Superzüge gemacht wird, kann ich nicht nachvollziehen. Das ist doch bloß schnelles Plastik, das klappert.[/quote]
-lach-
Deutschland hat den „gelben Sack“ erfunden.
Irgend etwas muss doch aus den ganzen Joghurtbechern gemacht werden, und sei es ein ICE. Immer nur Parkbänke daraus zu machen ist doch langweilig. 😉

T
Gast

Im ICE270, spätabends von Zürich nach Frankfurt gab es gestern vor Mannheim tatsächlich die Ansage: „Die Raucher im Zug haben nun 10 Minuten Gelegenheit ihrem Laster zu fröhnen. Sie finden den Raucherbereich auf dem Bahnsteig im Bereich xyz“.

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