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Ekelbilder auf Zigaretten

Ekelbilder auf Zigaretten

Bin gerade durch unsere Hauptstraße geschlendert, habe bei Leone einen superben Espresso geschlürft und will eben über die Straße gehen, da rennt eine Sau durchs Dorf. Wer die wohl wieder getrieben hat?

Nun ja, eigentlich ist man es ja gewohnt, dass andauernd Säue durchs Dorf gejagt werden. Insofern: abhaken. Aber diese Sau hat es in sich, denn allmählich gewinne ich den Eindruck, was sage ich, die Gewissheit, dass eine elementare, wenn nicht DIE elementare Voraussetzung, in die Politik zu gehen, völlige Planlosigkeit sein muss.

Jeder einigermaßen zum Denken fähige Mensch weiß, dass Rauchen, neben dem dem Genuss, den man sich vielleicht nur einredet, oder möglicherweise ja tatsächlich empfindet, ziemlich bescheuert ist. Es ist saumäßig ungesund, kostet ein Heidengeld und den einen oder anderen Lenz an Lebenserwartung. Man wird mit der Zeit ziemlich kurzatmig, kriegt faltige Haut, schlechte Zähne, bla, bla, Rhabarber. Aber sei´ s drum. Ist nun mal so. Viele Menschen frönen diesem merkwürdigen Laster, der Verfasser diese Zeilen eingeschlossen.

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Nun haben sich einige der Berufs-nicht-Denker mal wieder des Themas angenommen und beschlossen, dass sämtliche Verpackungen von Zigaretten, Tabak, Zigarillos etc. mit sogenannten Ekelbildern, d. h. mit Abbildungen von amputierten Füßen, faulen Zähnen, schwarze Lungen und weiß der Geier was noch, verunziert werden sollen, um die Menschen eventuell, vielleicht, unter Umständen, möglicherweise von diesem höchst ungesunden Laster fernzuhalten. Hoffen wir für unseren rechtslastigen Finanz-Chefideologen aus dem Badischen, dass der kühne Traum der EU-Gesundheits-Salafisten, in der Europäischen Union mögen wie durch ein Wunder auf immer sämtliche Kippen ausgehen, sich nicht bewahrheitet. Denn dann fehlten Schäuble auf einen Schlag 15 Milliarden € an Einnahmen aus der Tabaksteuer, jährlich, und er müsste den Bürgerinnen und Bürgern den Zaster aus einer anderen Tasche krallen. Vielleicht anhand deren Glyphosat-Spiegels im Blut? Aber Spaß beiseite. Wenn schon Ekelbilder, dann aber bitteschön auch gründlich, auch auf sämtlichen Flyern, die man vor Wahlen in seinem Briefkasten findet, oder vor dem Supermarkt in die Hand gedrückt bekommt, wenn man nicht schnell genug mit seiner Karre durch die Schiebetür huscht. Und die sollten zu mindestens 70% aus ekelerregenden Farbfotos bestehen, damit die Wählerinnen und Wähler wissen, was passiert, wenn sie dem Bullshit von „wir machen das“, oder „damit es wieder aufwärts geht“, oder auch „für mehr dies und weniger das“ Glauben schenken und am Sonntag hier oder dort ihr Kreuzchen machen.

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Denn was viele nicht wissen, weil es weder in der Apotheken-Rundschau, noch in der Bäcker-Blume steht: es gibt eine weitestgehend unbekannte, jedoch nicht minder gefährliche Erkrankung des präfrontale Cortex, die sogenannte Gehirn-Akne. Ähnlich wie bei ihrem dermatologischen Pendant, leidet der Patient unter mit Eiter gefüllten Geschwüren, nur eben auf der Großhirnrinde, die bei plötzlich eintretender Erkenntnis platzen und eine ekelerregende Substanz freisetzen können.

So kann es vorkommen, dass ein Wähler gezielt für die CDU stimmt, weil er den Aussagen der Flyer vertraut und sich eine fachkundige christliche und demokratische Reform der Gesundheitspolitik wünscht. Und was passiert? Er erhält einen Hermann Gröhe, Höchststrafe sozusagen, eine oder mehrere jener präfrontalen Cortex-Pusteln platzen und ihm wird speiübel.

Oder ein anderer macht sein Kreuzchen bei der SPD, weil er sich eine soziale und demokratische Ausrichtung der Politik in Sachen Wirtschaft und Arbeit wünscht. Und was passiert ihm? Er erhält eine schwafelnde PR-Rumkugel in Sachen Freihandel mit den USA und, zu allem Übel noch eine Dunkelkammer aus der Eifel, die sich dämlich grinsend in einer Live-Schalte bei Thomas Walde wegen Achtfuffzich Mindestlohn feiert. Wenn das kein Grund zum Reihern ist?

Und dann gibt es ja noch jene aufgeklärte und gut vernetzte Zeitgenossen, die auf Nummer Öko-Sicher gehen wollen und den Bündniss-Grünkernen ihre Stimme geben, da sie sich mehr Transparenz, mehr Umweltbewußtsein, eben das komplette Birkenstock-Programm versprechen. Und was passiert? Sie kriegen einen Tarek Al-Wazir vor die Nase geknallt, der smarte ex-Startbahngegner, der sich im Arsch von Volker Bouffier, des rechten Hetzers und einstigem Mann für Koch´ s Grobes, offensichtlich recht wohl fühlt. Wenn jener arme Öko-Wähler dann feststellt, was er am Wahlsonntag angerichtet hat, kann es durchaus sein, dass ihm alle Cortex-Pusteln platzen und er in seinen Jute-Beutel kotzt.

Das Dumme ist nur, dass diese Art von Übelkeit, sprich: die Wirkung der Ekelbilder alles andere als nachhaltig wirkt. Im günstigsten Fall werde sie bei Facebook geliked, oder verschwinden gleich im Nirwana der Info-Flut.

Ich glaube, ich geh´ mal eine rauchen.

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Peter Grohmüller

Peter Grohmüller

Hallo, ich bin Peter Grohmüller und leide nicht an dieser Welt, aber mir fällt ihr Leiden auf.

„This world is sick and we are the doctors.“

Wenn es eine Wunde gibt, dann muß man sie entweder heilen oder Salz hineinstreuen. Wir, das sind die Kritischen, die Hinterfragenden und die Lallbackenentlarver. – So einer bin ich.

Alle namentlich gekennzeichneten Beiträge geben allein die Meinung des Autors wieder.


peter wilhelm autorenlesung
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  1. Nik
    Nik 26 Mai, 2016, 06:12

    Guten Tag.
    Also ich habe des öfteren die gleichen ansichten wie Sie Herr Grohmüller. Nur wie Sie diese Gedanken in Worte fassen, davon kann ich nur Träumen, dies auch so ausdrücken zu können.
    Ich habe schon sehr viele Beiträge von Ihnen gelesen und trotz der ernsthaftigkeit der Themen muss ich doch öfters schmunzeln.

    Auch Ihnen Herr Wilhelm ein Danke schön für Ihre Blogs, wo ich immer mal wider reinschaue, über die vielen lustigen aber auch nachdenklichen und Informativen Inhalte.

    Liebe Grüsse Nik

    Antwort auf diesen Kommentar

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