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Humoristische Geschichten
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Veröffentlicht von: Peter Wilhelm
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Samstag, den 25. Februar 2012 um 10:33 Uhr |
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Die ersten Sonnenstrahlen des noch jungen Jahres locken auch mich aus der Höhle des Schriftstellerns und Winterschlafens an das, was man frische Luft nennt und ich freue mich über die klimaerwärmte Milde und sauge das CO2 vermischt mit dem ersten Ozon des Jahres kräftig ein, mir tut das gut. Im neuen Kaffeehaus am Theater nehme ich Platz, lese das hinter der Financial Times verborgene Micky Maus Heft und bestelle beim arrogant wirkenden Kellner eine Tasse Kaffee. Er leiert das gesamte Sortiment, angefangen bei Espresso, über Cappucchino und Arabica, bis hin zu Kopi Luwak Kaffee herunter und steht dann mit gezücktem Kellnerblock da und möchte, dass ich mich entscheide. Ich sage wieder: "Ich hätte nur gerne eine Tasse Kaffee."
"Ja, aber welchen?"
"Schwarzen."
"Wir haben viele Sorten."
"Ganz normalen, so wie man ihn auch sonst überall bekommt."
"Haben wir nicht, wir haben über 28 Kaffeespezialitäten aus allen Ländern."
"Auch aus Deutschland?"
"Selbstverständlich."
"Dann bringen Sie mir den."
"Gerne."
Der Kellner bringt mir wenig später mit etwas übertrieben galanten Bewegungen eine Tasse Kaffee und dann sitze ich da und schaue zwei dicken Frauen zu, die sich den Luxus von Kopi Luwak gönnen. Sie sind ganz aufgeregt, als sie endlich die ziemlich kleinen Tassen bekommen und schlürfen dann vorsichtig die ersten Schlucke. "Na siehste, Hannelore, schmeckt wie Kaffee!" jubelt die eine und die andere sagt: "Nee, Trude, noch besser, also der normale ist besser."
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Humoristische Geschichten
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Veröffentlicht von: Peter Wilhelm
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Montag, den 16. Mai 2011 um 05:41 Uhr |
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Wenn man an der Tankstelle hier eine ganze Stange Zigaretten kauft, bekommt man von der freundlichen Kassenkraft ein Einwegfeuerzeug geschenkt. Ich kaufe nie ganze Stangen Zigaretten, sondern immer nur so ein paar Schachteln. Aber die Verkäufer dort schenken mir trotzdem immer mal wieder so ein Feuerzeug. Nun sagt man ja, daß man einem geschenkten Gaul nicht ins Maul schauen soll. Das bedeutet, daß man angesichts der Tatsache, daß man irgendetwas kostenlos bekommen hat, es mal bitteschön nicht so genau mit der Qualität zu nehmen habe.
Ist doch geschenkt, also sei nicht undankbar!
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Humoristische Geschichten
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Veröffentlicht von: Peter Wilhelm
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Freitag, den 17. August 2007 um 11:34 Uhr |
"Wir brauchen eine Putzfrau!" Ich zucke zusammen, als die Allerliebste mit dieser Botschaft in mein Arbeitszimmer kommt. Sie arbeite selbst ganztags und ich sei ja so viel unterwegs, da müsse sich unbedingt eine professionelle Reinigungskraft um die Säuberung unserer weitläufigen Zimmerfluchten kümmern, desweiteren wäre es gut, wenn diese Haushaltshilfe auch gelegentlich die Hausaufgabenbetreuung unserer Kinder übernehmen könne und wenn diese Haushälterin beispielsweise auch die anfallenden Einkäufe mal eben nebenbei erledigen könne. In einem einzigen Satz ist die Putzfrau zur Haushälterin mutiert und mir steht es nun zu, eine solche zu finden. Es würde wohl das Beste sein, so denke ich mir, wenn ich in unserer dörflichen Zeitung eine entsprechende Anzeige aufgebe. Den Text habe ich auch schnell entworfen:
Fleissige Haushälterin gesucht. Aufgaben: Putzen, Waschen, Kochen, Einkaufen, Kinderbetreuung. PKW-Führerschein und perfektes Deutsch in Wort und Schrift erforderlich. Gute Bezahlung. Tel. 0555-8171625
Der Text gefällt der Allerliebsten sehr gut, allerdings fügt sie noch etwas hinzu und so lautet die Anzeige dann schließlich:
Fleissige Haushälterin gesucht. Aufgaben: Putzen, Waschen, Kochen, Einkaufen, Kinderbetreuung. PKW-Führerschein und perfektes Deutsch in Wort und Schrift erforderlich. Mindestalter 45 Jahre. Gute Bezahlung. Tel. 0555-8171625
Ich drucke den Text aus und begebe mich auf den Weg zur örtlichen Anzeigenannahme. Als ich am Haus des pensionierten Rechtsanwaltes Dr. Feinstaub vorbeikomme, sehe ich, wie seine Haushälterin gerade die Papierkörbe in die Tonne entleert. Gerade will ich weitergehen, kommt Dr. Feinstaub aus seinem Haus und grüßt freundlich. Ich nutze die Gelegenheit und erkundige mich, ob er denn mit seiner Putzfrau zufrieden sei und was er ihr denn so bezahle. "Kommen Sie rein, bitte kommen Sie", sagt Feinstaub und schiebt mich in sein Haus, Widerspruch zwecklos. In seinem Wohnzimmer erklärt er mir mit blumenreichen Worten, was die Putzfrau alles macht und dass er sehr lange gebraucht habe, die zu finden und was er ihr bezahle und dass es mir bloß nicht einfallen solle, ihm die abspenstig zu machen. "Nein, Herr Dr. Feinstaub, das liegt mir fern, ich will Ihnen nicht die Putzfrau abspenstig machen, ich bin sogar gerade auf dem Weg, eine Anzeige aufzugeben, um mir selbst eine zu suchen", sage ich und zeige zum Beweis meiner Worte den Zettel mit dem Entwurf meiner Anzeige vor. "Zeigen Sie mal!" Ich gebe ihm den Zettel, er liest, schüttelt dann den Kopf und sagt: "Das dürfen Sie auf keinen Fall schreiben. diese Anzeige verstößt gegen das Antidiskriminierungsgesetz!" "Gegen was?" "Gegen das Antidiskriminierungsgesetz. Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Religion, der sexuellen Identität, einer Behinderung oder seines Alters benachteiligt werden." "Aha, und was bedeutet das?" "Sie dürfen auf keinen Fall 'Mindestalter 45 Jahre' in die Anzeige schreiben. Das würde ja alle jüngeren Menschen, die diese Arbeit gerne machen wollen auf das Gröbste benachteiligen. Ich ändere das mal." Er nimmt einen Stift und mit einem Strich hat er meine Chancen auf eine 18jährige Putzfrau deutlich erhöht, das gefällt mir. "Und das hier geht auch nicht 'Perfektes Deutsch in Wort und Schrift'". "Ich möchte aber, dass die gut Deutsch kann. Erstens will ich die verstehen und mich mit ihr verständigen können und zweitens soll die den Kindern bei den Hausaufgaben helfen", wende ich ein. "Das sieht aber die Antidiskriminierungsbehörde anders. Sie benachteiligen damit alle ausländischen Personen und solche mit Migrationshintergrund", sagt Dr. Feinstaub und streicht wieder eine Stelle in meiner Anzeige. Jetzt steht da:
Fleissige Haushälterin gesucht. Aufgaben: Putzen, Waschen, Kochen, Einkaufen, Kinderbetreuung. PKW-Führerschein erforderlich. Gute Bezahlung. Tel. 0555-8171625
"Wenn ich es recht überlege", sagt der Rechtsanwalt weiter, "können wir das hier auch nicht schreiben", und schreibt etwas hinzu. Aus der Haushälterin wird 'Haushälter/Haushälterin'. "Wenn wir das nicht ändern, wäre das eine sexuelle Benachteiligung der möglichen männlichen Bewerber. Ich sehe meine Chancen auf eine hübsche 18jährige schon wieder schwinden und sage: "Ich will aber keinen Mann als Putzfrau!" "Es kommt noch schlimmer", erklärt Dr. Feinstaub: "Wir müssen auch vermeiden, dass jemand wegen seiner sexuellen Identität einen Nachteil erleidet und malt schon wieder in der Anzeige herum. "Außerdem ist das Wort 'fleißig' gefährlich und das mit dem Führerschein benachteiligt alle, die keinen solchen haben. Also, wir müssen das ganz anders machen und das mit den einzelnen Arbeiten dürfen wir auch nicht schreiben, vielleicht will einer mehr machen als das was sie da aufzählen oder weniger, so geht das nicht und im schlimmsten Fall drohen Ihnen 50.000 Euro Strafe." "So hoch ist die Strafe?" "Ha! Es kommt noch schlimmer! Auf so eine Anzeige hin können alle, die sie benachteiligen, Klage einreichen und ein ganzes Jahresgehalt einfordern, weil Sie ihnen den Arbeitsplatz wegen Diskriminierung nicht gegeben haben. Das wird teuer, teuer, teuer..." Er streicht und schreibt und schließlich ist sein Entwurf fertig:
Arbeit zu vergeben. Frauen, Männer und Ähnliches gesucht. Gute Bezahlung. Tel. 0555-8171625
Eine Woche später komme ich vom Einkaufen zurück und trage die drei Tüten hoch. In meinem Wohnzimmer sitzt Igor vor dem Fernseher und raucht Wasserpfeife. Igor ist ein über und über tätowierter Russe, der kein Wort Deutsch spricht, Frauenkleider trägt und den ganzen Tag Wodka säuft. Ihm sind vor Jahren beide große Zehen abgefroren, weshalb er als Behinderter gilt. Das ist mein Glück, sonst hätte ich Constantin nehmen müssen, einen transsexuellen rumänischen Serienmörder, dem bei einem Fluchtversuch aus dem Bukarester Stadtgefängnis beide Arme und Beine abgeschossen wurden. Der gilt als politisch verfolgt, aber dem hätte ich aufs Klo helfen müssen. Da ist Igor bei weitem die bessere Wahl.
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