| E-Drum, elektronische Schlagzeuge -Die Tom Tom - Eigenbau DIY |
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| Produkte, Test, Erklärungen |
| Veröffentlicht von: Peter Wilhelm |
| Sonntag, den 07. August 2011 um 07:56 Uhr |
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Lange sind die Hersteller elektronischer Schlagzeuge auch diesen Weg gegangen und haben mehr oder weniger untaugliche Schlagpads ausgeliefert, die weder besonders geräuscharm, noch besonders gut zu bespielen waren. Viele Hersteller haben das erkannt und liefern nun die kleinen Gummipads nur noch in ihren Billigserien aus. Im High-End-Bereich bei Roland und in der Mittelklasse bei Alesis dominieren Pads, die eindeutig schon an richtige Trommeln erinnern. Jedoch handelt es sich nach wie vor um eigenständige E-Drum-Konstruktionen, die nur die Anmutung einer richtigen Trommel haben. Andere Hersteller (Millenium Meshhead-Serie, -Transformer-Serie und Pearl, sowie viele Kleinere) gehen inzwischen einen gänzlich anderen Weg und bieten reguläre Trommeln mit Meshhead-Fellen und Trigger an. Pearl stellt im wesentlichen ein ganz normales Schlagzeug hin und rüstet es mit Triggern und einem lizensierten Alesis DM10-Modul (Red Box) aus. Einen etwas anderen Weg geht Thomann mit seiner Millenium Meshhead-Serie. Jedoch sind die Meshhead-Felle für mich zu lasch; sie erinnern an aufgespannten Gardinenstoff und geben ein unsägliches Geräusch von sich, wenn sie angeschlagen werden. Dadurch, daß es sich quasi um halbe Normal-Toms handelt, die man zwischen den oberen und unteren Böckchen durchgetrennt hat, ist die Trommel nach unten offen und so hat man keine Möglichkeit der Dämmung; es entweicht der Trommel immer auch ein gewisser Anteil ehemals gewünschter Eigenresonanz. Die Lösung mit dem Trigger direkt unter dem Fellrand ist nicht schlecht gedacht, man hat dann keinen störenden Aufbau außerhalb der Trommel. Millenium verbaut aber grauenhaft häßliche und absolut unnötige rote Metallwinkel, die, an einem Böckchen mit angeschraubt, die Stelle schützen sollen, wo unter dem Meshhead der empfindliche Trigger liegt. Also ich habe diesen Winkel sofort entfernt, er sieht einfach nur "scheiße" aus. Außerdem spiele ich nicht direkt am oberen rechten Rand der Tom. Die weißlich durchscheinenden Meshheads kann man getrost drauflassen, bis sie kaputt sind, das geht recht schnell und eines dieser Meshheads war das erste, das ich überhaupt kaputt getrommelt habe. Danach kann man sich ein Roland-Remo-Fell montieren, das zwar deutlich teurer, aber auch deutlich besser ist, als diese Gardinenoptik, die zudem auch noch so durchscheinend ist, daß man quasi durch die Trommel hindurchsehen kann. Bei einem Gig, wo vor dem Drummer Scheinwerfer aufgebaut sind, wird man zudem auch noch durch die dünnem Felle aus der Trommel heraus angestrahlt. Die Millenium Transformer-Serie geht sogar noch einen Schritt weiter. Hier bekommt man ein Millenium-Standard-Set, mit 5" langen Trommeln, auf dem man oben elektronisch und unten akustisch spielen kann. Durch einfaches Drehen der Trommeln kann man sich auf diese Weise ein akustisches Set erstellen. Die große Schwäche beider Lösungen von Millenium sind indes die Soundmodule. Diese Drumcomputer sind in der Lage schöne Trommelsounds zu erzeugen und innerhalb gewisser Grenzen kann man viele Parameter auch beeinflussen und dem Set so einen durchaus tollen Klang entlocken. Wie gesagt: Den Ton holen wir aus dem Modul, zum Schlagen reicht ein Pizzakarton mit Trigger. Aber um es gleich zu sagen, mit dem Alesis DM10 oder einem der besseren Roland-Module kann das Millenium-Modul nicht wirklich mithalten. Da hat das Alesis schon in der Grundausstattung bei den Standard-Sets bessere und natürlichere Klänge an Bord. So liegt also, wenn wir das bisher Gesagte als Grundlage nehmen, die Idee sehr nahe, sich aus den Komponenten eines bezahlbaren Alesis DM-10-Sets ein wirklich spitzenmäßiges Set zusammenzustellen und durch hervorragende Komponenten zu erweitern. Bereits in einer vorherigen Folge dieser Artikelserie habe ich beschrieben, wie man die Plastik-Mylar-Felle der Original Alesis-Pads gegen Roland-Felle austauscht und wie man sinnvollerweise den inneren Aufbau der Drums so verändert, daß man ein sehr gutes Spielgefühl hinbekommt. In einer anderen Folge habe ich dann erklärt, wie man das Set um eine Standard-Snare im üblichen 14-Zoll-Format erweitert und heute möchte ich beschreiben, wie man die Toms nun gegen richtige Toms austauschen kann. Gewählt wurde diese Tom aus der Millenium 500er-Serie:
Diese Tom kostet nur 39 Euro. Wen ein sehr knappes Budget plagt, der findet ein nahezu baugleiches, etwas "dünner" verarbeitetes Modell in der 200er-Serie von Millenium-Thomann für 29 Euro. Diese Tom hat die Ausmaße 10"x9", die Schlagfläche ist also 10" groß und die Trommel ist 9" hoch. Nun muß man ein bißchen aufpassen. Denn es gibt ebenfalls sehr günstige Floortoms bis 16" Durchmesser und gleichermaßen günstige Hängetoms in Größen bis 13" und 14". Da könnte man ja auch die Idee kommen, sich diese zu bestellen und umzurüsten. Das von mir verwendete Alesis-Rack (wie die meisten anderen auch) ist auf die 8"-Tom-Pads mit ihren geringen Ausmaßen ausgelegt und nicht für 9" oder 10" lange Hängetoms. Passt man hier nicht auf, wird es am Ende zu eng am Rack. Will man aber eine halbwegs brauchbare, professionelle Größe, so ist das ideale Maß eine 10" Spielfläche. Gerade bei der Floortom kommt man in Versuchung eine 16"-Variante zu kaufen, jedoch wird man als E-Drummer erschreckt sein, wie groß das Teil ist und man wird keinen Platz innerhalb des Racks finden, um sie sinnvoll auf den Boden zu stellen. Immer vorausgesetzt, man will sich und das Rack und das Aufbauvolumen nicht ausdehnen. Wem das egal ist, der kann natürlich auch eine Floortom nehmen. Hier die umgebaute Millenium MX500 10-Zoll-Tom am Alesis-Rack:
Nebenbei bemerkt: Ich habe die Trommel auch als akustische Trommel mal ausprobiert und muß sagen, daß Thomann hier für einen kleinen Preis etwas ganz Ordentliches abliefert. Gibt man sich Mühe beim Stimmen der Felle, bekommt man eine Trommel, die mit wesentlich teureren Modellen mancher Markenhersteller durchaus mithalten kann. Das gilt umso mehr, wenn man bessere Felle von Remo einsetzt. Als Meshhead habe ich ein dunkles von tdrum gewählt, weil ich diese hier quasi als Floortom-Ersatz eingesetzte Tom nicht so wahnsinnig oft schlage, wie beispielsweise die Snare. Vor der Montage des Mesheads muß natürlich das transparente Originalschlagfell runter. Ich sag's nur, weil jemand mir neulich schrieb, sein Snare-Umbau sei so laut. Der Mensch hatte das Originalfell unter dem Meshhead gelassen und den Snareteppich nicht entfernt... Bevor man die neue Tom nun ans Rack hängen kann, muß man erst einmal eine Halterosette montieren. An der Tom befindet sich nämlich nur eine Dornaufnahme für Standard-Tom-Halterungen und nicht für die L-Rods, wie sie an E-Drum-Racks verbaut sind. Bevor das Meshhead drauf kommt, lege ich noch eine etwa 12" große Scheibe aus Schaumstoff auf das etwas entspannte untere Resonanzfell. Zur Montage der Tom muß man den L-Halter am Rack nach unten drehen, sonst kommt die Tom sehr hoch. Als Trigger kommt nur der Pro-Trigger von ddrums in Frage, den ich oben links auf 11 Uhr montiert habe, wo nicht meine bevorzuge Schlagrichtung ist. Der Umbau dauert, wegen der Montage der Gibraltar-Rosette, etwa 20 Minuten, dann hängt die neue 10"-Tom. Bei der Einstellung der Triggerwerte im Modul muß man etwas herum probieren, dann findet man schnell eine passende Einstellung. Hier auf diesem Foto sieht man den derzeitigen Komplettaufbau:
Im Vordergrund die neulich umgerüstete Millenium Metall-Snare-Drum, darüber das original Alesis Snare-Pad, das mir jetzt als Tom 1 dient. Als dritte Trommel hier mal ein 10"-Pad aus der Thomann-Millenium-Meshhead-Serie, das seinen zweck erfüllt, aber kein Traum ist. Ich probiere hier mal ein anderes Fell, mal sehen. Aber wenn man eine Snare mit eigenem Ständer verwendet, kann man den Snare-Arm des Racks demontieren und gewinnt so nach links hinüber Platz. Platziert man dann die Bass-Drum günstig, kann man sich innerhalb des Racks noch besser ausdehnen als zuvor. Lesen Sie auch: Umbau einer akkustischen Snare.
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