| Flattr, hat der Mikrobezahldienst online eine Chance? Flattirl, die Chance? |
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| Blog, Media und Internet |
| Veröffentlicht von: Peter Wilhelm |
| Samstag, den 30. Juli 2011 um 07:14 Uhr |
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Damit die meisten Leser überhaupt verstehen, um was es in diesem Artikel geht, muß ich in einigen Sätzen etwas ausholen.
Dazu bieten sich verschiedene Werbeformate an, die aber alle gewisse eigene Nachteile haben. Auf afiliate-Werbung reagiert kaum jemand und der Blogger vergeudet wertvollen Werbeplatz, führt aber ständig die Präsenzwerbung für große Marken durch un erhält unterm Strich nichts dafür. Warum also nicht seine Leser nach einer kleinen Bezahlung fragen? Hier springt Flattr ein. Bei Flattr kann man sich als Internetnutzer registrieren, einige Euro einzahlen und wenn man dann auf eine Seite mit einem interessanten Text kommt, klickt man dort den Flattr-Button an, woraufhin der Autor am Monatsende ein paar Cent bekommt. Gut "geflatterte" Artikel bringen dann ein paar Euro und mehrere gut geklickte Artikel eventuell sogar einen nennenswerten Betrag. Als Flattr an den Start ging, war es für alle Beteiligten, also auch für diejenigen, die selbst nirgendwo sonst lesen, sondern nur selbst Texte verfassen, eine unumgängliche Pflicht, selbst ein paar Euro einzuzahlen. Diese musste man dann, damit das Ganze in Schwung kam, anderen Bloggern durch Klicken ihrer Flattr-Buttons zukommen lassen. Dieser Zwang ist inzwischen aufgehoben. Er machte auch keinen Sinn. Ich habe mich selbst dabei ertappt, wie ich auf irgendeiner Seite ziemlich wahllos den Flattr-Button klickte, nur um das System am Rollen zu halten. Ein weiterer gravierender Nachteil: Man kann bei Flattr nahezu jeden beliebigen Betrag pro Monat einzahlen. Klickt man nun 10 verschiedene Flattr-Buttons, erhält jeder Autor genau 1/10 des Betrages. Klickt man 100 Artikel an, bekommt jeder Autor 1/100. Denn nehmen wir an, jemand habe 5 Euro aufgeladen und klickt jetzt ausschließlich bei mir 10 Mal bestimmte Artikel an. Da der Flattr-Nutzer aber noch woanders klicken wird, sinkt der Wert eines Klicks mit jedem weiteren Klick erheblich. Nachdem die Verpflichtung zum Selbsteinzahlen für Autoren (Anbieter) weggefallen war, ging es mit Flattr bei mir in den Statistiken rapide bergab. Gerade mal noch läppische 6 oder 7 Euro kamen da im Monat zusammen. Auch die Zahl der Klicks ging, bei steigender Artikelzahl, drastisch zurück. Es klicken eben die ganzen Autoren, die etwas verdienen wollen, nun nicht mehr wahllos in der Gegend herum. Ich gebe dem ganzen System ehrlich gesagt keine Chance mehr. In einem Weblog habe ich noch Flattr-Buttons, weil ich zu faul bin, die Dinger aus dem Quellcode wieder rauszubauen. Dabei ist die Idee an sich ja gar nicht schlecht! Nehmen wir ein Beispiel: Mit Flattirl geht das. Dort kann man sich diesen Code ausdrucken und z.B. an ausgestellten Kunstwerken, auf Meinungsplakaten oder sonsto anbringen. Jeder, der das Gezeigte gut findet, kann dann etwas spenden. Damit wäre das System auch für das direkte Spenden für wohltätige Zwecke geeignet, ohne das der Spendenempfänger eine umfangreiche Bezahllogistik aufbauen müsste. Einsatzmöglichkeiten für Flattr gibt es, aber dazu müsste es weitaus populärer sein und dafür müßte bei den Internetnutzern endlich einmal der Knoten platzen und sie müssten einsehen, daß man auf Dauer nicht alles kostenlos haben kann. Im Grunde ist das ganze Leben hier draußen in der Realität doch so aufgebaut, daß man für nahezu alles was bezahlen muß. Das was es umsonst gibt, ist meistens an irgendeine Falle oder Bedingung geknüpft. In Wirklichkeit kostet aber auch im Web alles irgendwie etwas. Entweder gibt es hintendran eine Falle oder man wird durch vermeintlich hilfreiche Angebote nur angelockt, um dann dort auf Werbung oder Zusatzangebote hereinzufallen. Irgendiwe finanzieren alle Anbieter ihre umfangreichen Seiten.
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