| Die meisten sind sowieso zu blöd - Vorratsdatenspeicherung |
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| Blog, Media und Internet |
| Veröffentlicht von: Peter Wilhelm |
| Dienstag, den 26. Juli 2011 um 06:21 Uhr |
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Es ist ja allgemein bekannt, daß ich nicht zu denen gehöre, die ständig und überall vor dem "Großen Bruder" warnen. Der ist nämlich, da wo wir es gar nicht vermuten, schon lange da und dort wo es sinnvoll wäre, unsere Datensätze miteinander zu verknüpfen, wird er auch in 30 Jahren noch auf sich warten lassen. Nicht, daß unsere Behörden nicht ein veritables Interesse an unseren kompletten Daten, inkl. Bewegungsprofil und Mail- und Internetdaten hätten. Nein, sie würden das alles schon gerne haben und zwar am liebsten lückenlos und grundsätzlich von jedem Bürger. Doch stehen dem derzeit glücklicherweise noch unsere Grundrechte im Weg, die kurz formuliert aussagen, daß erst wenn ein begründeter Verdacht vorliegt, auch ermittelt werden darf. Die Ordnungsmacht darf also nicht pauschal ein ganzes Volk unter Vorverdacht stellen und Daten erheben, so wie sie das gerne hätte.
Gerne wird ja diese Vorratsdatenspeicherung auf der einen Seite sofort als Wunder- und Allheilmittel gepriesen und gefordert, wenn irgendwo eine Straftat geschieht, die sich auch nur im Entferntesten auf das Internet zurückführen lässt. Jedoch wird übersehen, daß heute wahrscheinlich auch Adolf Hitler eine Homepage hätte und daß auch Jack the Ripper irgendwo unter seinem richtigen Namen ein Facebook-Profil haben würde. Jeder ist heutzutage irgendwie, irgendwo im Netz auffindbar. Beides ist Dummfug, Quatsch und zeugt von politischem Sachverstand auf Thekenniveau. Denn man muß sich zunächst einmal vor Augen halten, was Vorratsdatenspeicherung überhaupt bedeutet. Nein, die Vorratsdatenspeicherung ist ein Horrorgolem, der nur als Schreckgespenst an die Wand gemalt wird und nur deshalb als Allheilmittel gepriesen wird, weil er die Tür für ganz andere Formen der Internetüberwachung aufmacht. Deshalb sage ich, daß es Blödsinn ist, sich vor der Vorratsdatenspeicherung zu fürchten. Viele dieser Daten, die dann vielleicht ein halbes Jahr gespeichert würden, werden von den Anbietern sowieso 90 Tage zu Abrechnungszwecken gespeichert. Wer halbwegs intelligent vorgeht und möchte, daß seine übermittelten Informationen geheim bleiben, der wird auch bei existierender Vorratsdatenspeicherung und Totalüberwachung leicht Wege finden, völlig ungestört und unüberwacht zu kommunizieren. Wegwerfhandys mit Prepaidkarten und Tages-E-Mail-Accounts sowie Verschlüsselung und Verschleierung machen es möglich. Aber die meisten und hier sind vor allem die jungen Leute gemeint, gehen vollkommen sorglos mit ihren Daten um. Da wird in Facebook alles veröffentlicht, ohne groß darüber nachzudenken, was ein halbwegs intelligenter böser Mensch damit anfangen könnte. Natürlich geben sich die Jugendlichen aufgeklärt und meinen, sie seien schon die Creme der Intelligenz, weil sie keine Saufbilder mehr bei Fratzbuch einstellen. Da könnte ja ein zukünftiger Chef oder Personalchef mal nachgucken, das wird ihnen von sorgsam uninformierten Lehrer in aufklärerischer Absicht so gepredigt. Soll ich mal ein paar Webseiten oder Fratzbuch-Profile dieser angeblich Bescheid wissenden Pädagogen hier präsentieren? Was wird gewünscht? Lehrerinnen oben ohne? Lehrer im Vollsuff auf Malle? Alles kein Problem! Die Personaler der großen Firmen sind inzwischen viel zu abgeklärt, um sich noch mit dem Quatsch auf Fratzbuch zu befassen. Große Unternehmen haben psychologisch ausgetüftelte Verfahren, um die Spreu vom Weizen zu trennen, die brauchen da keine Profile aus "Wer-kennt-wen?" auszuwerten, um herauszufinden, wer ein Blödmann ist und wer nicht. Es geht im Grunde auch nicht darum, das Extreme, das Besondere, die schrecklichen Geheimnisse der jungen Leute aufzudecken. Man muß nur anschauen, was die Leute in ganz öffentlich zugänglichen und für jedermann erreichbaren Foren so schreiben. Da offenbart sich zumeist so viel Schwachsinn, daß sich die Leute alleine dadurch schon disqualifizieren. Das ist insgesamt viel informativer als ein Fratzbuch-Profil. Warum schreibe ich darüber? Ich schreibe darüber, weil hier die eigentliche Gefahr liegt! Bildquellenangabe: Alexander Klaus / pixelio.de |
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