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Dreibeinblog im Visier von Polizei und Staatsanwaltschaft

Dreibeinblog im Visier von Polizei und Staatsanwaltschaft

Gestern rief die Polizei aus Westfalen bei mir an.
Nein, Dreibein hat nichts verbrochen, Dreibein hat es nur mal wieder zu gut gemeint.

Was war geschehen?

In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 2007 wurde in meinem Blog folgender Kommentar abgegeben:

Ich bin ein fieser Rechtsanwalt und stöbere das Internet nach Schwachstellen. Habe ich eine solche gefunden erstelle ich eine Abmahnung und sende den betroffenen eine schöne rechnung. Haha. Davon lebe ich ganz gut! Wollen Sie meinen Rat, dann melden sie sich:


Es folgte noch der Name und die die Kontaktdaten eines Rechtsanwaltes.

Dreibeinblog im Visier von Polizei und StaatsanwaltschaftDreibeinblog im Visier von Polizei und Staatsanwaltschaft

Als aufmerksamem Blogbetreiber kam mir dieser Kommentar spanisch vor und deshalb habe ich den Kommentar gelöscht und den betreffenden Rechtsanwalt angemailt und gefragt, ob der Kommentar von ihm abgegeben worden sei.

Als Antwort bekam ich:

… Wir bitten sehr darum, den Kommentar schnellstens zu löschen und uns den Namen und die Adresse desjenigen mitzuteilen, der sich hinter der IP
219.130.61.xxx verbirgt. Selbstverständlich wird sofort Anzeige erstattet! …

Ich konnte dem Herrn Rechtsanwalt jedoch leider nur mitteilen, daß mein Blog ein offenes System ist und ich außer der IP-Nummer keine Anhaltspunkte habe. Als Absender waren die korrekten Daten des Rechtsanwaltes eingegeben worden.

Offenbar hat der Rechtsanwalt tatsächlich Anzeige erstattet. Nun komme ich in den staatsanwaltlichen Ermittlungen aber in Erklärungsnöte, da die genannte IP auf einen asiatischen Relay-Server verweist. Selbst die Polizei ist nicht in der Lage herauszufinden, wer sich hinter diesem Kommentar verbergen könnte.

Glücklicherweise haben die Ermittlungsbehörden Verständnis für meine Lage und kennen sich offenbar auch gut aus, denn sie wissen, daß mehr als das was ich tat, gar nicht möglich ist.

Was lerne ich aus diesem Fall?
Künftig werde ich keine freundlichen Nachfragen mehr machen, sondern solchen Mist einfach löschen, dann bekomme ich nicht hinterher auch noch Schwierigkeiten, selbst wenn diese nur in einem Anruf der Ermittlungsbehörden bestehen.

Wir danken für die Nachrichtt.

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!


peter wilhelm autorenlesung

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