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Döner macht schöner

Döner macht schöner

Gestern kam ich am Dönerladen in unserem Dorf vorbei und siehe da, es war mal leer!
Normalerweise steht man sich da die Beine in den Bauch, weil immer ein Haufen Leute vor einem sind. Die kann man grob in drei Kategorien aufteilen.

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1. Der grenzdebile Jugendliche
Sagt nur „Döner!“, steckt sich dann wieder seine MP3-Stöpsel in die Ohren und die Hände in die Taschen. Den Rest muss der Dönermann dann raten. Mit oder ohne Schafskäse? Der Jugendlich glotzt bloß blöde.


2. Der typische Deutsche
Vorwiegend älter, hat offenbar noch nie vorher Döner gekauft. Erste Frage: „Haben Sie auch Bratwurst?“
„Nein, nur Döner.“
„Ach, das ist ja interessant, was ist das denn?“
„Schabefleisch von Drehespiesse mit Salatt und Soooß.“
„Ja, das hört sich gut an. Da nehme ich mal einen.“
Der Türke schabt sich einen Wolf und der Deutsche sagt:
„Mehr von da oben bitte, nee, da hinten rechts, moment, jetzt ist es vorne links, ja genau, genau die Stelle meine ich.“
„Mit oder ohne Schafskäse? Mit oder ohne Sauce? Mit oder ohne Pepperoni?“
Jede dieser Fragen stellt den dönerkaufenden Deutschen vor eine Gewissensfrage, die gründlicher Überlegung bedarf. Währenddessen wird die Schlange hinter ihm immer länger.
Der Türke erträgt das mit stoischer Geduld, die sind das Langsame ja gewöhnt, die Muselmanen.
Irgendwann ist der Deutsche dann abgefertigt und man könnte hoffen, es ginge jetzt vorwärts.
Doch dann sagt er: „Haben sie da jetzt Knoblauch dran? Ist da Knoblauch in der Soße? Das vertrage ich nämlich nicht…..“

Döner macht schönerDöner macht schöner

3. Der Türke
Der hat ein Auto voller anderer Türken jeglichen Geschlechts und Alters direkt vor dem Dönerladen quer auf dem Gehweg stehen und rennt dönerfressend immer rein und raus, um die mannigfaltigen Sonderwünsche seiner Großfamilie entgegenzunehmen. Die übermittelt er dann spuckend und schmatzend dem Dönermann, natürlich lautstark auf Türkisch. Der Dönermann ist dann eine gute halbe Stunde beschäftigt, ein gutes Dutzend kleine, große und doppelte Döner in allen möglichen Variationen herzustellen.
Ab und zu bringt der Schmatztürke einen fertiggestellten Fladen nach draußen. Immer mal wieder wimmeln seine Kinder herein, die noch etwas mehr Soße, noch ein Stück Schafskäse oder ganz etwas anderes wollen, weil der Alte die entsprechenden Wünsche doch nicht richtig übermittelt hatte oder weil es sich für verzogene männliche Jungtürken so gehört, dass sie ständig Sonderwünsche haben, die ihnen erfüllt werden müssen.

Dieses Mal hatte ich Glück, der Laden war leer. So halte ich vor dem gegenüberliegenden Schuhgeschäft, in dem seit 30 Jahren die selben Schuhe im Fenster stehen, die immer noch D-Mark Preisschilder haben. Ich glaube, die Inhaberin will den Laden auch schon seit 30 Jahren aufgeben.

Ich frage Anke, ob sie auch einen Döner will. „Nee, lass mal, ich habe keinen Hunger.“
„Wirklich, mein Schatz? Willste nicht doch, wenigstens ’nen Kleinen?“
Sie schüttelt den Kopf, zieht ihre Nase kraus und schüttelt sich etwas.

Na gut. Ich kaufe mir einen ganz großen Döner, so mit allem und extra scharf. Dafür hat Ügbül unter der Theke eine geheime Streudose mit ‚ganzz scharrrf Gewirz‘. Ein Pulver, das nur ganz hartgesottene anatolische Bergbauern vertragen… und ich!

Im Auto wickle ich den Döner aus und beiße hinein. Herrlich! Ganz frisch und saftig und feuerscharf, göttlich!

„Duhu“, lässt die Allerliebste neben mir sich vernehmen, „Duhu, lass mich mal abbeißen.“

„Du wolltest doch keinen Döner.“

„Nur mal eben probieren, der riecht so gut.“

„Wenn ich dir einen kleinen gekauft hätte, hätte der auch so gut gerochen.“

„Dann iss ihn doch alleine!“

Schon die Art, wie sie den Kopf von mir wegdreht, zeigt mir, dass mir 20 sexfreie Jahre drohen, wenn ich ihr nicht sofort den Döner in den Hals schiebe, also reiche ich ihr das Ding rüber und sage: „Nein, du kannst gerne probieren und wenn du Appetit bekommst, lauf ich schnell rüber und hol dir einen, okay?“

Sie nimmt den Döner wortlos. Wortlos bedeutet bei Anke weniger als 1000 Wörter in der Minute.
„Wenn ich einen eigenen Döner gewollt hätte, dann hätte ich das gleich gesagt. Dreibeine sind sowas von kompliziert!“

Dann beißt sie in meinen herrlichen Döner. Aber wie! Genau in der Mitte, da wo der Schafskäse ist, genau da beißt sie ein Riesenstück ab. War ja klar!
So, jetzt könnte sie mir den Döner wieder zurückgeben, aber nein, sie behält ihn und beißt gleich nochmal rein und diesem Biss fällt die einzige Peperoni zum Opfer.
Das reicht!

„So, Schatz, soll ich dir jetzt einen Döner holen?“

Sie schüttelt mampfend den Kopf und beißt gleich nochmals rein.

Ich weiß ja nicht, ob der geneigte Leser eine Vorstellung davon hat, wie groß so ein großer Döner ist. Jedenfalls ist meine Allerliebste eher eine Großabbeißerin.
Da sehe ich meinen fleischgefüllten Fladen Stück für Stück in ihrem süßen Mund verschwinden und dennoch behauptet sie zwischendurch, gerade noch so verständlich, sie habe überhaupt keinen Hunger.

„Ich hole schnell noch einen, okay?“ frage ich.

Sie schüttelt den Kopf und reicht mir den Rest vom Döner rüber. Das ist aber wirklich nur noch der Rest. So der untere Rand vom Fladenbrot, vollgesogen mit Soße.

Naja, ich werde das jetzt schnell noch essen und hole mir dann noch einen.

Inzwischen hat aber die Invasion der Dönerkunden begonnen und es ist so voll im Laden, dass ich doch keinen Döner mehr holen will. Ich kann ja zu Hause noch etwas vom kalten Braten essen.

Gerade will ich den Zündschlüssel rumdrehen, da sagt die Allerliebste, so mit einer ganz süßen Kleinmädchenstimme:

„Duhu Schatz? Du, Liebster, kannst mir doch einen holen, ’nen großen, aber nicht so scharf.“

Wie ist das eigentlich, wenn ich jetzt sofort zum Islam übertrete? Darf ich dann meine Frau erschlagen und komme trotzdem in dem Himmel?

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!


peter wilhelm autorenlesung
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