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Die Rache der betrogenen Ehefrau

Die Rache der betrogenen Ehefrau

So etwas wollte sie nicht hinnehmen, er hatte sie betrogen! Wutentbrannt packte sie einige Sachen in einen Koffer und wollte das Haus verlassen. Doch als die erste Wut verflogen war, besann sie sich und dachte. Warum soll ich eigentlich unsere schöne neue Villa verlassen?

„Niemals lasse ich Dir das Haus, schließlich habe ich dafür bezahlt“, schimpfte ihr Mann.

Am nächsten Tag ließ sie ihre ganzen Sachen von einem Spediteur abholen und verabschiedete sich von dem schönen Haus. Sie durchschritt noch einmal alle Räume, ließ ihre Hände über die schönen Möbelstücke gleiten und setzte sich dann ein letztes Mal in den herrlichen Salon. Bei guter Musik schenkte sie sich ein Glas Champagner ein und verwöhnte sich zum Abschied mit einem Glas Kaviar und einigen frischen Shrimps.

Als die Platte ihre Musik abgespielt hatte, nahm sie ein paar von den Shrimps und steckte in jede Öffnung am Ende der Gardinenstangen einen Shrimp hinein; dann verließ sie das Haus.

Die Rache der betrogenen EhefrauDie Rache der betrogenen Ehefrau

Der betrügerische Ehemann ließ keine Zeit verstreichen und nahm sogleich seine Geliebte zu sich. Die beiden verbrachten Tage der stürmischen Liebe in dem Haus, nutzen die Sauna, das große Hallenbad im Keller und es gab bald schon keine Stelle mehr im Haus, an der sie sich noch nicht geliebt hatten.

Doch nach einigen Tagen begannen die Shrimps zu gammeln, ein merkwürdiger Geruch machte sich breit. Sie lüfteten das ganze Haus. Öffnungen wurden untersucht nach verendeten Insekten, Teppiche wurden mit Dampf behandelt. Duftspender wurden überall im Haus aufgehängt.
Der Kammerjäger begaste das ganze Haus und sie mußten sich für eine paar Tage eine andere Bleibe suchen, und sie bezahlten sogar für das Auswechseln der teuren Auslegware in allen Räumen.

Aber nichts half !

Bekannte kamen nicht mehr auf Besuch. Handwerker weigerten sich in dem Haus zu arbeiten. Die Haushaltshilfe kündigte. Endlich, als sie den Geruch nicht mehr ertragen konnten, entschlossen sie sich umzuziehen.

Einen Monat später halbierten sie sogar den Preis für das Haus, aber sie konnten keinen Käufer für ihr Haus finden. Die Geschichte wurde stadtbekannt und die Makler weigerten sich Telefonanrufe zu
beantworten.

Letztlich mußten sie einen hohen Kredit aufnehmen um sich eine neue Bleibe zu kaufen. Eines Tages rief die betrogene Ehefrau ihren Exmann an und erkundigte sich wie es ihm denn ginge ? Er erzählte ihr den Albtraum mit dem Haus.

Sie hörte ihm geduldig zu und sagte dann sie würde das Haus sehr vermissen und würde gerne mit ihm über die Scheidungskosten und den Unterhalt sprechen und sei sogar bereit, auf einiges zu verzichten, wenn sie dafür das Haus bekommen könnte.

Da er glaubte seine Frau habe keine Ahnung von dem Gestank, willigte er für ein Zehntel des Kaufpreises ein, aber nur wenn sie noch heute die Verträge unterzeichnen würde. Sie war einverstanden, und innerhalb einer Stunde waren sie beim Notar, um alles zu regeln.

Er mußte sogar einverstanden sein, daß alle Möbel im Haus verblieben.

„Nur, die Gardinen mitsamt den Gardinenstangen mußt Du mitnehmen“, sagte sie zu ihm, „ich will mir da was Neues hinhängen!“

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


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peter wilhelm autorenlesung

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