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Der Trockene aus Würselen

Der Trockene aus Würselen

Würselen? Klingt wie eine Mischung aus Würstchen und Würgen; wie das qualvolle Geräusch eines über die Toilettenschüssel gebeugten dämlichen Fleischerlehrlings, bekannt aus einem ebenso dämlichen TV-Werbe-Spot, der nach einer veritablen Überdosis Deutschländer der Ammerländischen Fleischwarenfabrik Fritz Meinen GmbH & Co, KG (vulgo: Meica) um Erleichterung ringt.

Ich gestehe: Das war jetzt ein ziemlich platter Kalauer… bitte streicht diesen Satz.

Obwohl… das mit der Toilettenschüssel sollten die Leserinnen und Leser vielleicht im Gedächtnis behalten. Bis nach der Bundestagswahl, respektive für die grauenhafte Peep-Show im Anschluss an Dieter Zimmer und Betina Schausten, sprich: die Berliner Runde.

Tatsächlich ist Würselen ein pittoreskes Städtchen in Nordrhein-Westfalen. Früher mal selbständig, seit der kommunalen Neugliederung im Jahre des Herrn 1972 bestehend aus den Teilgemeinden Bardenberg, Broichweiden und eben Würselen. Beschauliche Heimat eines emeritierten Buchhändlers, des sich anschickt… ja was eigentlich?

Ich rede natürlich von Martin Schulz aus dem ebenfalls beschaulichen Hehlrath, heute zu Eschweiler gehörend. Nun wird sich manch einer fragen: wozu diese Aufzählung dörflicher Nebensächlichkeiten? Um das Phänomen Martin Schulz und den aktuellen Hype um selbigen zu verstehen, muss man tief in die niederrheinische Provinz hinab steigen. Denn der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments pflegt damit zu kokettieren, dass er, im Gegensatz zu den etablierten Alpha-Politdarstellern, nicht über akademischen Meriten verfügt, sondern ein einfacher Mann aus dem Volke sei und deshalb wie kein Zweiter dazu geeignet, die Interessen des selbigen zu vertreten.

Ihr wisst schon: die hart arbeitende Bevölkerung… die Renten… die Schulen… der übliche SPD-Zinnober.

Der trockene Buchhändler aus Würselen als Retter des kleinen Mannes? Eine höchst kühne These! OK, Schulz spricht, wenn man den Medien Glauben schenken mag, neben dem Niederrheinischen noch vier weitere Sprachen fließend, darunter sogar Deutsch. Insofern ein klarer Pluspunkt gegenüber dem ebenfalls zutiefst provinziellen aber immerhin promovierten Geschichts-Klitterer Helmut Kohl, und der war ja schließlich trotz seines unerträglichen Geschwafels aus dem linguistischen Niemandsland 16 viel zu lange Jahre lang… aber lassen wir das.

Zurück zum Schulz-o-Mat. Ich wüsste ad hoc jetzt nicht, inwieweit eine überwundene Alkoholsucht in der Lage sein sollte, zur Qualifikation als Bundeskanzler fundamental beizutragen; aber wenn man den gewieften Strippenzieher mit seiner geschätzten jährlichen Apanage zwischen 300.000 € und 500.000 € näher betrachtet… vielleicht zielt diese peinliche Koketterie der Kampagnenschmieden darauf ab, dass man den Trockenen aus Würselen als Heilsbringer nur im Suff ertragen kann. Keine Ahnung.

In unseren sogenannten postfaktischen Zeiten muss man anscheinend nichts mehr Essentielles können, um auf dem Politparkett zur Ikone hochgejazzt zu werden.

„Schulz mit Merkel auf Augenhöhe“, schwafelt Manfred Güllner mit schafsdämlicher Attitüde. Güllner, jener demoskopische Restmülltonnen-Scanner, der via stern seit Monaten krampfhaft versucht, das neoliberale Gesockse namens FDP wieder in den Bundestag zu orakeln.

Und was flüstern uns die Leitmedien, oder die professionellen Volks-Aushorcher zur Person Schulz?
Nicht viel, oder? Wahlprogramm? Message? Oder gar ein Konzept, „damit es in diesem unserem Lande wieder aufwärts geht“?
Wozu?

Es reicht offensichtlich schon, „Tich“ statt Tisch zu sagen, um eine Massenhysterie in den Medien auszulösen… und in den Hirnen derer, die diese Medien konsumieren.
Völlig vergessen, dass der spezialdemokratische Messias aus Würselen Jahrzehnte lang mit solch dubiosen Figuren wie Jean-Claude Juncker, Jean-Claude Trichet und José Manuel Barroso, um nur einige dieser Absahner zu nennen, am EU-Filzteppich fleißig mitmischte und den Europäischen Steuerzahlern gar wundersame Bestimmungen und Wohltaten angedeihen ließ – einige davon, wie die altruistische Rettung so mancher kriminellen Großbank, für ein stattliches Sümmchen.

Aber Leute, so wie es aussieht, besteht die Chance, dass der Trockene aus Würselen, wie weiland der große Kosovo-Kriegsherr und jetzige Gaslaterne Gerhard Schröder da reinkommt, also ins Kanzleramt, und dass er dem deutschen Volke ebenfalls ein Kabinett des Grauens aufs Auge und aufs Portemonnaie drücken wird. Aber immerhin haben wir alle dann die demokratische Wahl zwischen Saufen oder Kotzen. Und so schließt sich der Kreis zum Deutschländer Würstchen. Guten Appetit!

Bild: Von Foto-AG Gymnasium Melle, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31001018

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Peter Grohmüller

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