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Bob sucht ein Zuhause – Hunde aus Griechenland im Tierheim Heppenheim

Bob sucht ein Zuhause – Hunde aus Griechenland im Tierheim Heppenheim

bobIm Tierheim Heppenheim wartet immer noch der kleine Mischlingsrüde „Bob“ auf ein neues Herrchen oder Frauchen. Bob kam am 10.11.2010 in Griechenland auf die Welt und kam mit vier weiteren Hunden (z.T. Geschwistern) nach Heppenheim.
Seine Geschwister konnten inzwischen alle in gute Hände vermittelt werden, nur Bob ist immer noch im großen Gehege des Tierheims. Der Rüde fällt Besuchern vor allem dadurch auf, daß er sehr viel bellt und bei annähernden Personen zwischen neugierigem Herankommen und bellendem Weglaufen hin- und hergerissen ist.

Das Tierheim Heppenheim schreibt auf seiner Homepage:

 

Bob kam zusammen mit 4 weiteren Hunden aus einem griechischen Tierheim. Er ist von allen der Unsicherste und Ängstlichste.
Das Laufen an der Leine ist er überhaupt noch nicht gewöhnt.
Es wäre also von großem Vorteil, wenn es in seinem neuen Zuhause ein gut eingezäuntes Grundstück gäbe.
Mit anderen Tieren ist Bob gut sozialisiert.
Man braucht noch viel Liebe und Geduld und muss ihm noch sehr viel beibringen, aber vor allem Sicherheit vermitteln.
Es sollten keine Kinder in Bobs neuem Zuhause leben.
Bob wäre gut als Zweithund geeignet. Er könnte sich einiges abschauen von einem souveränen Vierbeiner.

Und diese Beschreibung, so zutreffend sie auch sein mag, hat ihre Tücken. Denn sie impliziert, daß es sich um einen schwierig zu haltenden und unerzogenen Hund handelt.
Wir haben vor etlichen Wochen eine seiner Schwestern aus dem Tierheim Heppenheim geholt und sind hoch zufrieden und glücklich mit unserer „Maja“.

Bob sucht ein Zuhause - Hunde aus Griechenland im Tierheim HeppenheimBob sucht ein Zuhause - Hunde aus Griechenland im Tierheim Heppenheim

majaDiese Hunde aus Griechenland sind die Abkömmlinge griechischer Land- und Straßenhunde, die über Generationen ein sehr typisches Verhalten entwickelt haben. Wer sich, so wie ich, seit Jahrzehnten mit der Kynologie beschäftigt, erkennt sofort, daß die Tiere ein sehr urtümliches, noch nahe am Wolf oder Wildhund orientiertes, Verhalten haben, das zum domestizierten Verhalten der üblichen Rassenhunde und Mischlinge große Unterschiede zeigt.
Gerade das aber ist das Besonderes an diesen Hunden. Man bekommt keinen unterwürfigen, seit Generationen in menschlicher Obhut gehaltenen Sofahund, sondern ein Tier, das viel mehr vom Verhaltens des Urvaters Wolf zeigt. Aber keine Angst, gemeint ist hier weder, daß diese Hunde gefährlich sind oder zum Beißen neigen, eher im Gegenteil.

Die Tiere sind scheu, sehen im Menschen zunächst ein Wesen, das nützlich ist, weil es Futter gibt, vor dem man sich aber sonst lieber in acht zu nehmen hat. Sie nähern sich Fremden anfangs so gut wie gar nicht, weichen zurück, suchen ihr Refugium und bewahren Distanz.
Erst ganz allmählich tauen diese Hunde auf und bilden dann ein tiefes Vertrauen zu ihrem „Rudel“. Fressen, Spielen, Toben, alles das machen diese Hunde in einer Art und Weise, bei der sie immer voll alert sind und stets auf dem Sprung, um sich rasch in Sicherheit bringen zu können. Bei unserer Maja haben wir überdies festgestellt, daß sie echt südländisch während des Tages fast nur ruht und dafür morgens und abends „voll aufdreht“ und aktiv ist. Wir sehen da deutliche Parallelen zum Leben in einem von großer Tageshitze bestimmten Land.

Deshalb sind die Vokabeln „der Unsicherste und Ängstlichste“ nicht wirklich richtig. Die Hunde sind trotz allem sehr selbstbewußt, hochintelligent, lernwillig und aufmerksam. Sie sind nicht unsicher oder ängstlich, sondern von der Grundveranlagung her extrem vorsichtig.
Was bei uns wie Unsicherheit und Ängstlichkeit wirkt, ist in den Dörfern Griechenlands pure Überlebensstrategie: ständig sichern und auf der Hut sein!

Mit anderen Hunden kommen die Griechen sehr, sehr gut klar. Ich habe noch nie irgendein Problem gehabt. Maja läuft seit dem ersten Tag exzellent an der Leine. Es empfiehlt sich, den Hunden ein Brustgeschirr anzulegen, da sie sehr wendig sind und sich aus fast jeden Halsband herauswinden können. Nur am allerersten Tag hat unser Hund sich beim Gassigehen mehrfach einfach abgelegt und wollte dieses ungewohnte Ritual einfach nicht erdulden. Ein paar aufmunternde Worte und ein bißchen Leineziehen hilft aber.

Schon ab dem nächsten Tag lieg Maja wunderbar an der Leine neben uns her, zieht nicht, bleibt nicht zurück und macht auch keine Probleme, wenn uns andere Hunde begegnen.

Jedwedes Kommando von „Sitz“ über „Platz“ bis hin zu „Fuß“ oder „geh Korb!“ hat Maja in sehr vorauseilendem Gehorsam in Windeseile gelernt. Mit vorauseilendem Gehorsam meine ich zum Beispiel folgendes:

Maja liebt den Platz unter meinem Schreibtisch, das ist ihr Refugium, in dem sie sich sicher fühlt und dennoch alles beobachten kann. Wenn wir aber nun das Haus verlassen, möchten wir, daß Maja -wie alle unsere Haustiere- das Wohnzimmer verlässt und sich im Flur aufhält, wo ihr Korb steht.
Zwei Tage lang haben wir sie fast unterm Tisch hervorziehen müssen, sie wollte ihren sicheren Platz einfach nicht verlassen. Bockbeinig, steif und sich-schwer-machend mußte man sie fast in Richtung Korb im Flur ziehen.
Doch schon nach dem zweiten Tag, hatte sie das dabei immer wieder wiederholte Kommando „Geh Korb!“ kapiert und ab da reichte es, einfach diesen Befehl zu geben.
Mit vorauseilendem Gehorsam meine ich aber nun, daß Maja darüberhinaus gesehen und gelernt hat, daß ich mir vor dem Verlassen des Hauses zum Beispiel immer meine Armbanduhr anziehe und das Handy vom Tisch nehme.

Tue ich das nun, erhebt sie sich ganz von alleine und läuft hinaus zum Korb, ohne daß wir das Kommando geben müssen.
Ich sage es ja: die Kerlchen sind ungeheuer clever.

Maja ist eine Hündin und da ist das Zusammenleben mit einem älteren Rüden (Labrador, 10 Jahre) sowieso kein Problem. Rüde Tibor hat Maja freudig begrüßt und seitdem ist es ihm einfach „scheißegal“, daß da jetzt noch jemand ist. Maja hat schon am zweiten Tag seinen Korb erobert und es ist absolut normal, daß dieser Hundekorb von Labrador, Maja und unserem Kater gleichzeitig benutzt wird.

mmaja01Bei Bob, dem labradorähnlichen Griechenland-Rüden oben auf dem Bild, ist das ein bißchen anders. Er hat einen größeren Dominanztrieb, als Maja und will sich durch Bellen, Kläffen und „dicke Arme machen“ mitteilen.
Das sieht auf den ersten Blick aus, als habe man es hier mit einem Dauerkläffer oder einem schwierigen Hund zu tun.

Ich bin aber davon überzeugt, daß Bob sich ebenso schnell wie Maja einfügt und genauso schnell lernt.
Wer sich für Bob entscheidet, bekommt einen cleveren, agilen und superschönen Hund.

Wer dann noch ein wenig Geduld und Hundeverstand besitzt, der wird ein einmaliges und einzigartiges Tier bekommen.

An der Leine wird Bob genau so schnell laufen lernen wie Maja. Ich sehe auch keinerlei Probleme darin, Bob in einen Haushalt zu nehmen, in dem es Kinder gibt. Zu kleine Kinder läßt man sowieso mit keinem Hund unkontrolliert alleine und so ein Kerlchen wie Bob wird sich Kindern etwa ab dem schulpflichtigen Alter durchaus unterordnen.

Da braucht man keine Bedenken zu haben.

Die Griechen sind pflegeleicht, robust und anspruchslos.
Maja fährt gerne im Hundekäfig im Auto mit, bellt so gut wie nie und war nach ganz kurzer Zeit stubenrein.

Es lohnt sich also, nach Heppenheim zu fahren und sich Bob einmal anzuschauen.

HIER Kontakt zum Tierheim Heppenheim

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


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