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Blogger sind schon seltsame Typen

Blogger sind schon seltsame Typen

Und er seltsamste bin sicherlich ich.

Was sind denn überhaupt die Gründe, warum ich dieses Weblog betreibe?

1.
Ich betreibe dieses Blog, um eine Plattform zu haben, mich und meine Texte vorzustellen.

2.
Die Beschäftigung mit CMS-Software, Weblog-Software, PHP, CSS usw. macht mir Freude und ich möchte es besser lernen.

3.
Ich nutze mein Blog auch als Ablage für Links, Rezepte, interessante Schnipsel, kurze Gedanken.

4.
Das Weblog ist eine Möglichkeit, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, deren Meinung kennenzulernen und darauf zu reagieren.

5.
Die Beschäftigung mit diesem Weblog gibt mir die Sicherheit im Umgang mit solchen Systemen, die ich dann bei anderen Projekten anwenden kann.

6.
Ich möchte etwas Geld damit verdienen, denn meine Internettätigkeit nimmt einen gewissen Teil meiner Zeit in Anspruch und jede Mühe verdient ihren Lohn.


Eigentlich müsste das doch jeder nachvollziehen können, denn einer oder mehrere der oben genannten Gründe trifft sicherlich auch auf die meisten anderen Blogger zu.

Blogger sind schon seltsame TypenBlogger sind schon seltsame Typen

Tatsächlich ist das aber so, daß offenbar einige ihr Weblog aus völlig anderen Beweggründen betreiben und deshalb für mich und mein Tun kein Verständnis aufbringen wollen oder können.

zu 1:
Da schreibt mir eine Weblogbetreiberin:

„Du willst ja nur Deine Bücher verkaufen. Das finde ich zu kommerziell!“

Tja, wie soll ich ihr das erklären? Ich bin Schriftsteller und Journalist von Beruf und lebe davon, daß Menschen meine Texte kaufen. Ich bin also unter anderem darauf angewiesen, hier im Weblog auch auf die Möglichkeit hinzuweisen, daß man meine Texte auch kaufen kann. Was soll daran verwerflich sein? Es ist ja nicht so, daß alle paar Minuten aus dem Monitor ein 10-Cent-Stück herausfällt.

zu 2:
Ich war mal ein richtiger Crack. Als andere noch nicht einmal einen Taschenrechner hatten, habe ich mir aus England einen Sinclair ZX 80 schicken lassen und ihn selbst zusammengelötet. Ich weiß noch was die Datenbankabfragesprache STAIRS ist, kenne noch Datastar, weiß was Peek und Poke bedeutet und konnte mal ganze Programme in Maschinensprache schreiben. Aus beruflichen Gründen habe ich dann den Anschluß verloren und wurde zum reinen Anwender. Aber es juckt noch immer in den Fingern und deshalb möchte ich mehr machen, als immer nur vorgegebene Schaltflächen anklicken.
Dazu schreibt mir ein anderer Weblog-Betreiber:

Durch Deine blöde Experimentierei legst Du die Latte für andere Weblogs sehr hoch. Du hast so viele Funktionen in Deinem Weblog, merkst Du gar nicht, wie arrogant das auf diejenigen wirkt, die WordPress nur „out of the box“ betreiben?

Was soll ich dazu sagen?

zu 3:
Das Weblog war für mich nie das, was es eigentlich mal für die Erfinder war, ein Tagebuch. Ich bin ein eher langweiliger Mensch und soviel passiert bei mir gar nicht, daß ich es jeden Tag aufschreiben müsste. Und wenn mal was passiert, dann sind das oft Sachen, die niemanden was angehen. Dazu erhielt ich folgende Mail:

Bei Dir erscheinen oft Rezepte, Hinweise auf Links und kurze Textschnipsel oder sogar lange Listen. Das interessiert mich nicht!

Ich schrieb ja oben die Gründe auf, warum ich ein Weblog betreibe. Statt verteilt überall irgendwelche Bookmarks und Dokumente anzulegen, übernehme ich Vieles einfach in mein Weblog und weiß dann wo es ist, mit Index und Suchfunktion.

zu 4:
Zu allererst betreibe ich das Weblog einmal für mich. Ja, so selbstsüchtig bin ich. Ich will keinem Verein beitreten, mich an keine Spielregeln halten müssen, die irgendein großer „Vordenker“ aufstellt und ich möchte auch nicht Mitglied einer Blogosphäre oder eines Kleinblogger-Dorfes sein. Deutsche neigen dazu, immer nach Integrationsfiguren. quasi einem Führer, zu schreien. Ohne festes Regelwerk kommen manche nicht klar und fühlen sich unwohl, wenn ihnen nicht exakt vorgeschrieben wird, was sie tun dürfen und was nicht. Ehrlich, ich brauche das alles nicht. Ich will mich einfach nur artikulieren und freue mich, wenn andere daran teilhaben wollen.
Weblogs bieten auf einfache Weise die Möglichkeit, sich in ein gewisses Netzwerk Gleichgesinnter einzubinden. Dazu habe ich eine Neigung, denn manches weiß ich nicht und freue mich, Gleichgesinnte kennenzulernen, die einem weiterhelfen können und denen ich vielleicht weiterhelfen kann.
Und klar, das Leben besteht immer aus Geben und Nehmen. Aber ich möchte keine Verpflichtungen eingehen.

Ich bin bei Dir in die zweite Blogroll gerutscht. Das empfinde ich als Beleidigung und gebe Dir die Chance, mich bis zum Freitag wieder in die erste zu schreiben, sonst lösche ich Dich aus meiner!

Der A-Blogger XYZ hat heute etwas geschrieben und ich habe von Dir noch keinen Kommentar dazu bei ihm gelesen, Du solltest wenigstens ein Trackback auf seinen Artikel setzen.

Ich habe in den letzten Tagen 12 Kommentare bei Dir geschrieben, Du hast aber nur 6 bei mir hinterlassen. So kann das nicht weitergehen, ich werde so lange keine mehr bei Dir schreiben, bis das ausgeglichen ist. Kennst Du die Spielregeln nicht?

Der Blogger ABC hat über Dich was geschrieben, was nicht so doll war. Ich halte mich mal mit meinen Kommentaren bei Dir zurück, ich will ja nicht in schlechtes Licht kommen. Nicht böse sein! ZWINKA

Diese Auszüge aus Mails verschiedener Mitblogger haben mich schon fast dazu veranlasst, die Blogroll komplett auf eine alphabetisch sortierte Seite auszulagern.
Ich sehe auch keine Verpflichtung irgendwen in irgendeiner Blogroll aufzunehmen. Meine Güte, wer meint, in meiner Blogroll stehen zu müssen, braucht das doch nur zu schreiben. Ich verbinde da keinerlei Wertung mit und beteilige mich nicht an dem Spiel: Wenn Du mich nicht aufnimmst, nehme ich Dich auch nicht auf. Ich mach das gerne, will aber nicht müssen.

Mich interessiert auch nicht, was A-Blogger XYZ schreibt. Das heißt, es interessiert mich möglicherweise schon und wenn ich dahinterstehe, dann verknüpfe, kommentiere oder zitiere das auch. Aber ich sehe doch gar nicht ein, daß ich -nur weil sich einer für den Guru hält, oder dafür gehalten wird- wie ein Speichellecker an seinen „Lippen“ hänge und jeden Zeilenerguß seinerseits mit liebedienerndem Beifall belege.

In meiner Blogroll stehen vielleicht 20 andere Blogs, keine Ahnung, habe sie nie gezählt. Überdies lese ich noch einige andere Feeds. Sagen wir mal, daß das 30 oder 40 sind. Wenn jeder Feed im Schnitt 20 Einträge erzeugt, dann komme ich auf 600-800 Einträge, die ich jeden Tag lesen sollte. Und selbst wenn es nur die Hälfte oder ein Viertel sein sollte, kann ich keine 200 oder 300 Artikel lesen. Hallo, ich arbeite auch noch was! 🙂
Mein Tipp: Aussagefähige Überschriften nehmen und den Artikel mit einem interessant klingenden Satz beginnen.
Wenn in meinem Feed als Überschrift zu einem Artikel nur ein Datum oder „Artikel 56“ steht, oder nur ein allgemeines Wort wie „Spam“, „WordPress“ oder „Mein Tag“ verwendet wird, dann ist ehrlich gesagt die Wahrscheinlichkeit sehr gering, daß ich ausgerechnet diesen Artikel herauspicke.
Und für eins habe ich keine Zeit: Jeden Tag allen Blogs einen Höflichkeitsbesuch abzustatten und einen nichtssagenden Kommentar zu hinterlassen, nur um meine Schuldigkeit getan zu haben.

Und zu dem Blogger ABC, der was „Böses“ über mich geschrieben hat. Meine Güte, soll er doch. Nicht alles was ich mache ist supergut und richtig. Da dürfen andere auch eine Meinung dazu haben, die mir nicht gefällt. Ich halte ja auch nicht mein Maul, wenn mir was nicht behagt. Aber wer meint, jedem der in der sogenannten Bloggosphäre irgendeine selbstzuerkannte oder „verliehene“ Bedeutung hat, nach dem Maul reden und schreiben zu müssen, der sollte sich mal im Intelligenzladen eine eigene Meinung kaufen.

zu 5:
Ich betreibe eine ganze Reihe von Internetprojekten und das nicht nur für mich.
So gesehen, ist mein Blog auch so etwas wie meine Spielwiese, auf der ich mal dieses oder jenes ausprobieren kann.

Ah, jetzt habe ich gesehen, daß Du auch ein Forum, einen Mailservice, ein XYZ, eine XYZ-Seite und noch ein XYZ betreibst. Jetzt willst Du wohl die vielen Besucher Deines Blogs auch dahin ziehen?

In den Netzen bin ich unterwegs, seit es die Netze gibt. Die Zahl meiner Projekte sind Legion. Das Weblog ist eher das neueste und jüngste Projekt.
Es ergeben sich zwangsläufig Verknüpfungen, aber i.d.R. kommt es mir darauf nicht an.

zu 6:
Zunächst mal die Auszüge:

Du machts Werbung in Deinem Blog. Das toleriere ich nicht. Web 2.0 ist ohne Kommerz.

Ich habe gesehen, daß Du SEO-Artikel schreibst, in denen Begriffe vorkommen, die Du nur deshalb nennst, um Besucher auf Deine Seite zu locken.

Du schreibst Artikel über das Produkt XYZ und die Software XYZ und besitzt dann auch noch die Frechheit, einen Downloadlink darunter zu setzen.

Du bewirbst in der Sidebar den Artikel XYZ, dazu würde ich gerne eine negative Kritik schreiben und den Leuten die Augen öffnen.

Es ist ein Verstoß gegen die Spielregeln, daß Du mit Deinem Blog Geld verdienst. Ich mache keine Werbung, weil bei Adsense sowieso nicht herumkommt. Wen Du den Kommerz weitermachts, schreibe ich bei Dir nicht mehr und schmeisse Dich aus meiner blogroll.

Ach Herrjeh, was soll ich dazu sagen? Ich sitze nicht als arbeitsloser Maschinenbauer zu Hause und vertreibe mir die Langeweile, indem ich mich mit Gott und der Welt anlege oder über den Wachstumsfortschritt meiner Stiefmütterchen schreibe.
Die Gründe für meine Aktivität stehen oben. Dafür wende ich Zeit auf und möchte auch ein bißchen einen finanziellen Anreiz haben.
Dazu habe ich Werbung geschaltet (die abschaltbar ist) und schreibe regelmäßig Artikel über bestimmte Produkte (Bücher, Software z.B.). Zahlreiche Besucher meiner Seiten nutzen diese Angebote und laden sich die entsprechenden Programme herunter oder informieren sich auf den weiterführenden Links.
In der Regel mache ich es so, daß diese Artikel so erscheinen, daß sie nicht oben auf der Weblog-Seite auftauchen.
Daß meine Stammbesucher nicht zur Zielgruppe gehören, ist mir klar. Blogger gehören nicht zu den Leuten, die auf Werbung klicken. Nichtmals wenn sie selbst Werbung auf ihren Seiten schalten.
Ich kann auch nichts dafür, daß andere Blogger mit den Anzeigenprogrammen keinen Erfolg hatten und nur 87 Cent im Monat verdient haben.
Jeder guckt Privatfernsehen und nimmt in Kauf, daß es dort Werbung gibt, jeder leist Zeitschriften und überblättert Dutzende von ganzseitigen Werbeanzeigen. Bei rund 150-200 Artikeln, die jeden Monat in meinem Blog erscheinen, nehmen Texte mit werbendem Charakter nichtmals 5% ein. Die kann man locker überblättern und einfach ignorieren.
Damit da keine Mißverständnisse aufkommen, sind alle diese Artikel mit dem Tag „commercial“ versehen.
Ich bin stets bemüht, die Werbung zu optimieren. Das bedeutet, daß ich die Platzierung ständig einer Überprüfung unterziehe und unnötige, weil nicht gewinnbringende, Werbung entferne und gute, weil gewinnbringende, Werbeformen verstärkt anbiete.
Alles in allem wird es eher weniger.
Und wer findet, daß hier zuviel Werbung ist, der soll sich mal in einigen Foren und Online-Portalen umschauen, da sind teilweise 50% der angezeigten Bildschirmfläche mit Werbung zugepflastert.
Und natürlich: Wenn ich in meinen Statistiken sehe, daß nach einem Suchwort besonders oft gesucht wird, dann versuche ich für die Interessenten eine entsprechende Werbung anzubieten. Zielgruppenoptimierung nennt man das und nicht, wie neulich einer meinte „Fischen in der Googel-Ursuppe“.
Nichtmals einer der reichsten Männer der Welt und seine Firma Microsoft kommen ohne Werbung aus. Ich hingegen verspreche: Wenn ich mal Millionär bin, mache ich keine Werbung mehr! Ehrlich!

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


Alle Angaben nach bestem Wissen, keine Rechts- Steuer- oder Medizinberatung! Fragen Sie einen Fachmann!


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