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Alles über Dolmen

Alles über Dolmen

Die Dolmen

Die ersten Formen sahen aus wie ein auf Säulen ruhende Steintische, ein Gang führte zu einer großen Grabkammer.

Bald wurden komplexere Formen erbaut.

Um etwa 3000 v. Chr. wurde der einfache Bauplan ergänzt. Die Räume vervielfältigten sich oder erhielten Seitenkammern. Manchmal wurde auch der Grabraum stark verlängert. Es gab auch Dolmen mit geknicktem (coude) und rechtwinkligem (en equerre) Grundriß.
Eine weitere Bauform war das Hügelgrab (Tumulus).

Dolmen = altgriechisch ????? (mégas) „groß“ und ????? (líthos) „Stein“) bezeichnet man große, oft unbehauene Steinblöcke, die als Bausteine für Grab- und Kultanlagen benutzt wurden oder als Monolithe aufgerichtet und in Steinsetzungen positioniert wurden. Die west- und nordeuropäischen Megalithbauten wurden alle in der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit errichtet.

Die verschiedenen Megalithbauwerke Europas lassen nicht etwa auf eine gemeinsame Kultur schließen.

Definition

Bereits 1867 einigte man sich im 2. Congrès International d’Anthropologie et d’Archéologie Préhistoriques darauf, nur Monumente aus unbehauenem Stein als Megalithen zu bezeichnen, also etwa nicht die ägyptischen Obelisken, die maltesischen Tempel oder die Pariser „Halle aux blés“. Diese Definition würde allerdings zum Beispiel die Trilithen von Stonehenge ausschliessen. Glyn Daniel folgend, bezeichnet man inzwischen nur neolithische Bauwerke aus großen Steinen als Megalithen, denn sonst wären, wie Daniel treffend bemerkte, auch einige walisische Schweineställe als megalithisch zu bezeichnen.

Megalithbauweisen

In Europa sind verschiedene Bauweisen bekannt, bei denen (zumindest teilweise) Megalithen eingesetzt wurden :

* im Nordkreis z.B.:Dolmen (bretonisch: toal – Tisch, men – Stein), Galeriegrab, Ganggrab, Großdolmen, Hünenbett ohne Kammer, Hünengrab, Steinkiste Polygonaldolmen und Urdolmen.
* auf den Britischen Inseln: Boulder tomb, Cairn (Steingrab), Clava Cairn, Clyde tomb, Cotswold Severn tomb, Court tomb, Passage tomb, Portal tomb und Wedge tomb
* in Frankreich: Cairn (Steingrab), Galeriegrab
* auf der Iberischen Halbinsel: Anta, Mámoa, Pedra Formosa
* auf den westmediterranen Inseln: Gigantengrab, Naveta, Talayot, Taula, maltesische Tempel, Torre,
* ansonsten: Tholos

In Europa sind in einigen Regionen auch Megalithen einzeln (dann Monolithe oder Menhire genannt) oder mit anderen Megalithen in Steinsetzungen, aufgestellt, also nicht in Bauwerken verarbeitet worden:

* Einzelsteine: Menhir, Baityloi, Statuenmenhir,
* Steinreihen (Alignement (Menhire), franz. Alignement)
* Steinkreise (Cromlech)s. In Südost-Schottland gibt es Steinkreise mit liegenden Menhiren (recumbent Stone circles).

Die Schalensteine („Teufelssteine“) des Alpenraums zählen nicht zu den Megalithen, da sie weder transportiert noch artifiziell aufgerichtet wurden. Aus der Eisenzeit oder dem Frühmittelalter stammende „Menhire“ wie Oghamsteine, Piktischer Symbolstein, Runensteine, Gotländische Bildsteine, Bautasteine, schwedische Schiffssetzungen, Maskensteine, Cross-slabs und die eisenzeitlichen kannelierten Menhire der Bretagne sind also nicht zu den Megalithen zu rechnen.

Herkunft des Baumaterials

Die Steine der nordeuropäischen Megalithen stammen von den Ablagerungen der Eiszeit (erratische Blöcke), (Granite, Gneise und andere Gesteine). Viele der übrigen Megalithen wurden aus relativ weichen Sedimentgesteinen gebrochen.

Vorkommen in Mitteleuropa

Über 900 Megalithbauten liegen in Deutschland in den drei großen Küstenländern, sowie in Brandenburg und Sachsen-Anhalt, einige wenige im südlichen Baden-Württemberg. 53 Anlagen sind in den Niederlanden erhalten und ganz wenige in Belgien (Wéris). Die Zahlen für Polen sind nicht verlässlich bzw. in den deutschen (Vorkriegs)zahlen enthalten. Dänemark hat noch über 2000 von einst etwa 5000 und Schweden mehr als 450 (von etwa 650). Größere Megalithenanlagen in der Schweiz finden sich in Bonvillars, Clendy, Falera, Lutry, Reignier und Sion. Die Menhire finden sich primär in Süd- und Westeuropa; in Deutschland zwischen dem Saarland und Thüringen.

Vorkommen am Rande oder außerhalb Europas

Megalithen finden sich in der Türkei, in Südrussland, Georgien, Nordafrika, Madagaskar, Indien, Korea, Palästina, Syrien, Indonesien und Indochina ohne dass eine genetische Verbindung zwischen den Standorten besteht.

Zur Verbreitung siehe auch: Megalithkultur.

Deutung

Der Bau mit Megalithen erfolgte in Europa kulturunabhängig etwa zwischen 4.500 (Bretagne) u. etwa 800 v. Chr., als die letzten auf Sardinien verbaut wurden. Um die Megalithbauten ranken sich heute noch einige Geheimnisse. So weiß man weder genau, welchem Zweck sie dienten, noch wie sie aufgerichtet oder transportiert wurden. Mit der Christianisierung entstanden Legenden über das Entstehen von Megalithen durch des Teufels Hand. Einige Steine tragen den Teufel im Namen (Devils Arrows, Devils Circles etc.) und viele wurden im frühen Mittelalter, besonders aber seit der Industrialisierung zerstört. Megalithen fielen Flurbereinigungen, landschaftlichen Projekten oder dem Kirchen- und Hafenbau zum Opfer. In Norddeutschland wurden sie zum Deichbau und, – zerkleinert – als Strassenpflaster verwendet. Es wird angenommen, dass in manchen Gebieten nur noch etwa fünf Prozent der Objekte erhalten sind.

Im 18. und 19. Jh. interessierte man sich wieder für die Megalithanlagen. Aus dieser Zeit stammt die Vermutung, die Bauwerke seien auf die Druiden der Kelten zurückzuführen. Heute weiß man, dass die Steinsetzungen jungsteinzeitlich und damit deutlich älter sind.

Als anekdotische Anmerkung zur Entstehung des Begriffs „Hinkelstein“: Die Größe der Steine verleitete die Menschen früher dazu, an Hünen (Riesen) zu glauben, welche die Steine transportiert haben mussten. Durch einen Verständnisfehler kam es dann von „Hünenstein“ zu „Hühnerstein“, und da im südwestdeutschen Raum anstelle des Wortes Huhn das Dialektwort „Hinkel“ gebraucht wird, kam es so zu dem Wort „Hinkelstein“.

Nichtmegalithische Traditionen in Europa

Megalithanlagen konnten nur dort entstehen, wo Steine mit den Mitteln der jeweiligen Zeit zu bearbeiten waren. Im Nordkreis der Trichterbecherkultur (TBK) waren das im wesentlichen die erratischen Blöcke der Eiszeit, die nur zu transportieren oder ggf. zu spalten waren. Wo Findlinge nicht in ausreichender Menge und Größe vorhanden waren, entstanden andere Bauten, z.B. im Bereich der südlichen TBK die Totenhütten und die Kammeranlagen in der Mittelgebirgszone (südlich des Mittellandkanals) in Deutschland, im wesentlichen zwischen Weser und Saale.

In Lopai?iai, nicht weit von Rietavas (Niederlitauen) gibt es einzelne Grosssteingräber, derer Ursprung ethnokomoslogisch im von Schamaiten von älteren Zeiten bewohnten Gebiet erklärt wird.

Siehe auch

* Britische Megalithik, Megalithkultur, nordische Megalitharchitektur, Steinsetzung

Literatur

* Deut. Arch. Inst. Abt. Madrid.: Probleme der Megalithgräberforschung, Madrider Forschungen Bd. 16 (Berlin 1990)
* Karl W. Beinhauer u.a. (Hrsg.): Studien zur Megalithik – Forschungsstand und ethnoarchäologische Perspektiven, (Weissbach 1999)
* Glyn Daniel, The Megalith builders (London 1963).
* Groht, Johannes: Tempel der Ahnen. Megalithbauten in Norddeutschland, Baden 2005. ISBN 3-03800-226-7
* Fansa M.: Großsteingräber zwischen Weser und Ems (Oldenburg 1992).
* Schmidt M.: Die alten Steine. 1998 ISBN 3-356-00796-3
* von Freeden, J. Malta und die Baukunst seiner Tempel 1993
* von Reden S. Die Megalithkulturen 1960
* Walkowitz J.E.: Das Megalithsyndrom. Band 36 in Beitraege zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas, 2003. ISBN 3-930036-70-3
* Zylmann D.: Das Rätsel der Menhire. 2003. ISBN 3-936326-07-X

Weblinks

Commons: Dolmen – Bilder, Videos und/oder Audiodateien

* The Megalithic Portal and Megalith Map
* Menhire auf Eichfelder.de
* https://tspace.library.utoronto.ca/citd/holtorf/0.1.html
* Megalithen und Dolmen in Russland
* http://www.joe-boehe.de Megalithen, Asteroid-Theorie, Stonehenge und Carnac sind ganz anders zu sehen
* http://fietz-online.de/stonepages/db/stonepages.php?id=0
* Private Seite über Menhire, Steinkreise und Dolmen

Quelle: u.a. Wikipedia

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Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
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