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Kurztest: OneTouch Verio Blutzuckermesssystem von Lifescan Johnson & Johnson

Kurztest: OneTouch Verio Blutzuckermesssystem von Lifescan Johnson & Johnson

Das Blutzuckermesssystem OneTouch Verio ist ein sehr kompaktes Gerät, mit dem Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel messen können.
Es wird herkömmlich mit Teststreifen betrieben.
Als herausstechendes Merkmal bewirbt der Hersteller die einfache Bedienung. Ohne Scrollen hat man alle wichtigen Informationen gleich auf dem Bildschirm.
Der ist, wie auf dem Titelbild zu diesem Artikel zu sehen ist, farbig und beleuchtet und gehört für mich mit zu den besten, die ich je bei einem Blutzuckermessgerät gesehen habe.

Sehr positiv finde ich, daß das OneTouch Verio mit herkömmlichen AAA-Batterien bestückt werden kann.
Ich finde es sehr lästig, daß viele Geräte teure Knopfzellen benötigen.
AAA-Batterien bekommt man im Notfall an jeder Tankstelle.
Durch die Verwendung von herkömmlichen Batterien ist der Miniaturisierung des Gerätes natürlich eine Grenze gesetzt, es ist nicht besonders flach bzw. dünn.
Aber alles kann man bekanntlich nicht haben. In dem Fall finde ich die normalen Batterien vorteilhafter als eine dünne Bauform.

Kurztest: OneTouch Verio Blutzuckermesssystem von Lifescan Johnson & JohnsonKurztest: OneTouch Verio Blutzuckermesssystem von Lifescan Johnson & Johnson

batterien

Geliefert wird das Gerät in einer Art Komforthalterung, in der das Messgerät, die Dose mit den Teststreifen und die Stechhilfe eingeklickt werden können.
Diese Kunststoffhalterung liegt lose im Aufbewahrungsetui, das noch Raum für zusätzliche Lanzetten bietet. (Je 10 Teststreifen und Lanzetten werden im Startset mitgeliefert, das im Netz kostenlos erhältlich ist.)

etui

Trotz der kompakten Abmessungen von nur 2,52 x 5,18 x 8,00 cm (Gewicht 85 Gramm) hat das scheckkartengroße (aber mit gut 2,5 cm recht dicke) Gerät noch mehr an Bord, als eine reine Blutzuckermessfunktion.
Direkt auf einen Blick bekommt man zur Messung noch den automatischen 7-Tage-Mittelwert mit Farbbereich und den Fortschritt im Zeitverlauf angezeigt.

Falls im Menü oder im Speicher dann doch einmal gescrollt werden muß, hat das OneTouch Verio auf der Seite zwei Knöpfe und eine Wippe, mit denen man Ein- und Ausschalten, auf und ab scrollen und im Menü zurückspringen kann.
Beim Einlegen eines Teststreifens muß man nichts weiter tun, das Gerät schaltet sich von alleine ein.

teststreifen

Die Teststreifen sind sehr klein und dünn, kommen in den üblichen „Filmdöschen“ daher und könnten für seh- und greifbeschränkte Personen ein wenig fummelig sein.
Die größte Gefahr der Fehlbedienung liegt im Einsetzen der gabelartig geschlitzten Teststreifen, die leicht verkehrt herum eingesetzt werden können und dann nicht funktionieren.
Der Hersteller hätte besser daran getan, den Schlitz nicht genau in der Mitte zu platzieren und so eine verkehrte Einführung zu verhindern.
Allein die kupferartige Farbe verrät, welche Seite des Teststreifens nach vorne und welche nach hinten gehört. (Die kupfergoldene ist vorne.)
Noch ein Wort zu den Preisen der Teststreifen:
Diese sind im Netz zu einem Straßenpreis von unter 20 Euro als Reimport erhältlich und zählen dann zu den günstigen.
Der normale Preis beträgt eher um die 25-30 Euro. (Angaben jeweils für 50 Stück.)

Sehr gut finde ich die Stechhilfe.
Diese kleinen Geräte benötigt der Diabetiker, um sich in den Finger zu piksen und einen Tropfen Blut zu erzeugen, an dem er die Messung durchführen kann.
Hier verwendet LifeScan sehr viel Mühe und legt eine sehr kleine Stechhilfe bei, die in Stechtiefen von 1-7 einstellbar ist.
Sie kann auch von bewegungseingeschränkten Personen mit einer Hand bedient werden.
Wie üblich wird sie über einen Spannhebel mit dem Daumen gespannt und über den darunterliegenden Auslöser ausgelöst.
Die Nadelträger sind sehr kurz und man darf sich als Diabetiker oder Patientenbetreuer nicht wundern, daß ein so großes Plastikteil von der neuen Nadel abgedreht und weggeworfen wird.

stechhilfe

Das Bild vergrößert die Stechhilfe sogar noch. Sie ist wirklich sehr schmal und kompakt.
Auch sie findet ihren Platz in der Gerätehalterung und muß zum Stechen nicht herausgenommen werden.
Es ist für mich die bislang beste Stechhilfe, die ich hatte!

Das OneTouch Verio verfügt über eine USB-Schnittstelle auf der Unterseite bzw. Vorderkante.

Ein bißchen doof ist, daß man das Gerät aus der Komforthalterung nehmen muß, um an die Mini-USB-Schnittstelle zu gelangen.
Leider verbindet sich das Gerät nicht mit der browser-basierenden Software DiaSend. Dafür wird aber eine eigene Diabetes-Management-Software (OneTouch® diabetes management software v2.3.3) angeboten, die man sich kostenlos von der Webseite des Herstellers herunterladen kann.
Leider ist diese Software nur für Windows-PCs verfügbar und nicht für Apple OSX-Systeme.

Recht nett ist das beigefügte Blatt, das ein Arztrezept zeigt und das man mit zur Praxis nehmen kann, damit auch ja die richtigen Teststreifen aufgeschrieben werden.
Welcher Diabetiker kennt das nicht, daß dann in der Apotheke das Theater losgeht, wenn mal wieder die falschen Teststreifen, die so ähnlich heißen, auf dem Rezept stehen.

rezept

Selbstverständlich liegen dem Gerät alle benötigten Unterlagen sowie Kurz- und Langanleitung bei. Einige davon muß man ausfüllen (in kleine Kästchen schreiben) und zurücksenden.
Ich finde es immer besser, wenn man sich alternativ auch online durch Eingabe der Seriennummer des Gerätes registrieren kann. (Vielleicht geht das auch, ich hab’s nicht gefunden.)
Ein USB-Kabel ist Gott sei Dank nicht dabei, davon hat man meist sowieso genug. (Und falls nicht, ist man ab 2 Euro bei Ebay dabei.)

Plus und Minus:

+ Sehr gutes, helles Display
+ kompakte Abmaße
+ Betrieb mit Standardbatterien möglich
+ USB-Schnittstelle vorhanden
+ günstige Teststreifen (bei Nutzung von Reimporten 20 €/50 Stck.)

– nicht kompatibel mit Diasend
– keine Software für MAC verfügbar
– USB-Schnittstelle im Halter nicht zugänglich
– teure Teststreifen wenn normal gekauft (bis zu 60 Euro für 100 Stück)

Fazit:
Mit dem OneTouch Verio bekommt der Diabetiker ein handliches und sehr gut ablesbares Blutzuckermeßgerät.
Die Bedienung ist einfach und leicht verständlich.
Auspacken und los geht’s.
Die Halterung für Gerät, Streifen und Stechhilfe ist praktisch.
Man benötigt nur eine winzige Blutmenge und die Messung dauert die Standard-5-Sekunden.

Daumen hoch!

P.S.: Noch ein Wort zum Service.
Das Gerät konnte bei der ersten Lieferung durch DHL nicht zugestellt werden (der Paketbote war eine Aushilfe). Man hat sich seitens des Vertriebs die Mühe gemacht, mich anzurufen und die Adresse zu überprüfen.
Der Mitarbeiter war sehr freundlich und sandte mir das Gerät dann erneut zu.

Downloadlink Software: http://www.lifescan.co.uk/your-onetouch/download-otdms
Kostenloser Bezug des Gerätes: http://www.lifescan.de/upgradenow

Peter Wilhelm

Peter Wilhelm

Fachjournalist Peter Wilhelm schreibt hier über die Nebensächlichkeiten der Welt.
Er liebt Technik und testet Produkte, Service und Angebote.
Der Bestsellerautor ist Chefredakteur einer Branchenzeitschrift, Sachverständiger und Fernsehexperte.
Der Satiriker veröffentlicht seine Satiren hier und eine Kolumne hier.
Der Psychologe und Dozent wurde in der Halloweennacht geboren und lebt mit seiner Familie bei Heidelberg.
Mehr über ihn erfahren Sie u.a. hier und hier.


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peter wilhelm autorenlesung

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2 Kommentare auf "Kurztest: OneTouch Verio Blutzuckermesssystem von Lifescan Johnson & Johnson"

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Kenntkeinenschmerz
Gast

Hai Skipper – bzw. hallo lieber Peter,

Deine Berichte über Blutzuckermeßsysteme der letzten Tage finde ich einfach hervorragend.
Immer sachlich, auch für einen Laien technisch durchaus verständlich und bis ins letze Detail
durchdacht. Danke.

Natürlich bist Du aufgrund Deines Diabetes-Zustands (der uns allen leid tut) am besten in der
Lage, uns die letzten Einzelheiten eines Geräts zu erklären – von den Batterien bis hin zu einem
Arztrezept zu erläutern.

Wie ich Dir schon ein paarmal sagte, bei Dir kann man immer wieder nur dazulernen. Was wie alle
recht gerne tun.

Unter „wir“ meine ich hier diejenigen, die erst „Anfänger“ sind (ich = 105), aber die – wohl oder übel
und früher oder später – Deine wertvollen Informationen brauchen werden. Sei dafür gelobt.

Liebe Grüße von Deinem Fockaffen, der sich aber (ab und zu) auch ernsthaft ausdrücken kann.

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